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Israels Marine stoppt die „Gaza-Hilfsflotte“: Fast 500 Aktivisten werden abgeschoben

JERUSALEM /ASCHDOD, 3.10.2025 (TM) – Die israelische Polizei hat 470 Aktivisten der „Gaza-Hilfsflotte“ im Hafen von Aschdod in Empfang genommen. Die Marine hatte am Yom-Kippur-Feiertag 41 Boote gestoppt, die die Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollten. Laut Polizei waren mehr als 600 Polizisten, Gefängnisbeamte und Vertreter der Einwanderungsbehörde im Hafen der Mittelmeerstadt im Einsatz, um die Inhaftierten in Empfang zu nehmen. Die Festgenommenen wurden einer „gründlichen Überprüfung“ unterzogen. Sie sollen rasch abgeschoben werden.

Ein Schiff der „Global Sumud Flotilla“, das technische Probleme gemeldet hat, ist noch immer auf dem Weg nach Gaza. Es wird voraussichtlich von der Marine abgefangen, sollte es sich weiter nähern. „Sumud“ ist das arabische Wort für „Widerstandskraft“. Es steht auch für den Widerstand gegen Israel.

Großeinsatz am Yom Kippur-Feiertag

Der Einsatz der israelischen Streitkräfte begann am Mittwochabend und dauerte bis zum Donnerstag. Über einen Zeitraum von zwölf Stunden enterten Einheiten der Marinekommandoabteilung „Shayetet 13“ insgesamt 41 Schiffe.

An der Abfangaktion waren Kriegsschiffe der Marine, die Hafensicherheitseinheit Snapir und andere Einheiten beteiligt. Laut Militärangaben wurden zunächst die sechs größten Schiffe der Flotte geentert, die kleineren wurden später in Angriff genommen. Die israelischen Behörden setzten Wasserwerfer gegen einige der Boote ein, wobei niemand verletzt wurde. Kurz vor 14 Uhr erklärte das israelische Außenministerium, die „Provokation” durch die Flotte sei vorbei. Das Ministerium fügte hinzu, dass „alle Passagiere sicher und bei guter Gesundheit sind“.

Die israelische Marine geleitet eines der beschlagnahmten Schiffe in den Hafen von Aschdod. Foto: Jamal Awad/Flash90

Eines der ersten Boote, das geentert wurde, beförderte die frühere Klimaaktivistin Greta Thunberg. Das Außenministerium veröffentlichte ein Video, in dem ein israelischer Soldat ihr nach der Festnahme ihre Habseligkeiten zurückgibt.

Angebote von Marine und Kirche abgelehnt

Die vor einem Monat von Spanien aus in See gestochenen Flottille transportierte eine symbolische Menge humanitärer Hilfsgüter. Das Außenministerium veröffentlichte ein Video, in dem ein Marine-Leutnant die Aktivisten per Funk darüber informiert, dass sie sich einer Sperrzone nähern. „Wenn Sie Hilfsgüter nach Gaza liefern möchten, können Sie dies über die etablierten Kanäle tun. Ändern Sie bitte Ihren Kurs in Richtung Hafen von Aschdod. Dort werden die Hilfsgüter einer Sicherheitskontrolle unterzogen und dann in den Gazastreifen weitergeleitet“, sagte sie. Die Flotte lehnte das ab. Zuvor hatte die katholische Kirche angeboten, die Hilfsgüter zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass sie nach Gaza gelangen. Auch das verweigerten die Schiffsbesatzungen. An Bord befanden sich Prominente wie Nelson Mandelas Enkel Mandla Mandela, die ehemalige Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, sowie mehrere europäische Abgeordnete. Sie erklärten, sie blieben unbeirrt bei ihrer Mission, die „völkerrechtswidrige israelische Blockade zu durchbrechen und den Palästinensern Hilfe zu leisten“. Israel wirft den Verantwortlichen der Flotte vor, mit der Terrororganisation Hamas in Kontakt zu stehen. Ihnen gehe es nicht um die notleidende Bevölkerung, sondern um Aufruhr und Unruhe.

Seit der gewaltsamen Machtübernahme der Terrororganisation Hamas im Jahr 2007 haben Israel und Ägypten eine Blockade über den Gazastreifen verhängt. Israel begründet dies mit der Notwendigkeit, die Möglichkeiten der Hamas zum Waffenschmuggel einzuschränken. Kritiker der Blockade bezeichnen sie als kollektive Bestrafung der rund zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen.

Demos und Hungerstreik

In mehreren Ländern gab es große Demonstrationen gegen das Entern der „Hilfsflotte“. Laut Medienberichten fanden Massenproteste in Barcelona, Dublin, Rom, Den Haag, Tunis, Brasilia und Buenos Aires statt. Elf griechische Aktivisten sind eigenen Angaben zufolge aus Protest gegen ihre „illegale Festnahme durch die israelischen Behörden“ in den Hungerstreik getreten.

UPDATE: Keines der 40 Schiffe, die an der Sumud-Flottille teilnahmen, hatte laut dem israelischen Außenministerium humanitäre Hilfsgüter geladen. Polizeikräfte hatten sie durchsucht. Das erklärt, warum die Organisatoren das Angebot Israels und mehrerer anderer Länder abgelehnt haben, die Hilfsgüter zu übergeben und so zu vermeiden, in ein aktives Kriegsgebiet einzudringen.

Titelbild: Israelische Marinesoldaten entern ein „Hilfsschiff“. Foto: Screenshot Video der Sumud-Flottilla

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