
Eskalation: Palästinenser greifen jüdische Hirten in Gusch Etzion mit Knüppeln und Steinen an, Armee und Polizei müssen eingreifen
JERUSALEM 27.11.2025 (LS) – Nach Angaben lokaler Medien haben Dutzende Palästinenser in der Region Gusch Etzion am Mittwoch eine Gruppe israelischer Hirten angegriffen. Die Polizei und Soldaten setzten Tränengas und andere Maßnahmen ein, doch nahmen keine Verhaftungen vor.
Eskalation der Gewalt gegen Hirten
Die palästinensischen Angreifer aus dem Dorf Rasideh attackierten jüdische Hirten aus Givat Mikneh Avraham in der Nähe der Stadt Ma’ale Amos in Judäa. Die Täter stahlen außerdem Schafe aus der jüdischen Herde.
Der Vorfall begann gegen 9:00 Uhr, als zunächst Dutzende Palästinenser aus verschiedenen Richtungen kamen und zwei Hirten angriffen, die sich auf den Weideflächen befanden. Ein Hirte wurde mit einem Knüppel geschlagen und an den Gliedmaßen verletzt. Ein anderer Hirte wurde mit Steinen am Kopf getroffen, schaffte es jedoch, Sicherheitskräfte und Anwohner aus der Gegend zu alarmieren.
Israelis, die zu Hilfe eilten, sahen sich mit weiterer Gewalt konfrontiert. Zwei von ihnen wurden verletzt und die Scheiben von zwei Geländewagen wurden eingeschlagen. Die israelische Armee und Polizei, die am Tatort eintrafen, setzten Munition zur Auflösung von Menschenansammlungen ein, feuerten jedoch keine scharfen Schüsse auf die Angreifer ab, deren Zahl am Ende mehrere Hundert betrug. Außerdem nahmen sie keine Verdächtigen am Tatort fest.
Die gestohlene Herde wurde in das Dorf Rasideh getrieben und ist noch nicht zurückgebracht worden. Ein Hirte befindet sich mit schweren Verletzungen an den Gliedmaßen im Krankenhaus. Die anderen Verletzten konnten vor Ort behandelt werden.
Sicherheitslage und mögliche Folgen
Die Attacke fiel in einen Kontext zunehmender Spannungen in der Region. Bereits in der Vergangenheit war Gusch Etzion mehrfach Schauplatz von Anschlägen und gewaltsamen Vorfällen — darunter tödliche Terrorangriffe und Messer- oder Rammattacken.
Obwohl dieser Vorfall nicht als klassischer Terroranschlag beschrieben wird, markiert er eine erneute Eskalation von Gewalt gegenüber Zivilisten und insbesondere Personen, die in der Landwirtschaft oder als Hirten tätig sind.
Der Vorfall wirft Fragen über die Sicherheitslage in Gusch Etzion und die Schutzmaßnahmen für Zivilisten auf. Dass die Angreifer unerkannt blieben und niemand verhaftet wurde, könnte als Zeichen dafür gesehen werden, dass die Kontrolle über solche Gewaltausbrüche begrenzt ist.
Titelbild: Gewalttätige Auseinandersetzung zwischen israelischen Sicherheitskräften und palästinensischen Angreifern in der Nähe der jüdischen Siedlung Elon Moreh im sogenannten Westjordanland. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90