
Nach Terroranschlag im Norden Israels: Militär und Shin Bet starten Operation in Qabatiya
JERUSALEM 28.12.2025 (LS) – Nach dem Terroranschlag in Israels Norden am Freitag haben die israelische Armee und der Inlandsgeheimdienst operationelle Maßnahmen gegen die mutmaßlichen Unterstützer durchgeführt.
Proteste vor Krankenhaus
Der Terrorist Ahmed A., der für die Ermordung des 68-jährigen Shimshon Mordechai und der 18-jährigen Aviv Maor am Freitag verantwortlich war, wurde am Samstag aus dem Emek Medical Center in Afula entlassen, anschließend in Gewahrsam genommen und wird nun weiter untersucht. Demonstranten forderten vor dem Krankenhaus, der Terrorist solle keine medizinische Behandlung erhalten. „Es ist unmöglich, dass ein Terrorist, der Zivilisten ermordet hat, in einem israelischen Krankenhaus behandelt wird“, hieß es in einem der Social-Media-Beiträge, in denen zu dem Protest aufgerufen wurde.
Mindestens sechs weitere Personen wurden bei der Serie von Angriffen verletzt, darunter ein 16-jähriger Jugendlicher, der nach dem Rammangriff medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht wurde.
Der Täter wurde letztlich bei Afula, nahe dem Maonot-Kreuzungspunkt, durch das Feuer eines Zivilisten gestoppt. Dabei wurde er nach offiziellen Angaben verletzt und von Sicherheitskräften festgenommen. Die Polizei stuft den Vorfall als „rolling terror attack“ ein, also eine zusammenhängende Serie von terroristischen Angriffen über mehrere Orte hinweg.
Operation in Qabatiya
Unmittelbar nach dem Anschlag begannen israelische Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden, darunter die israelische Armee (IDF) und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet, eine Militäroperation in Qabatiya, dem Herkunftsort des Angreifers im sogenannten Westjordanland. Dort wurde das Wohnhaus des Täters durchsucht, seine zwei Brüder wurden dabei festgenommen.
Die Shin-Bet-Kräfte haben Verdächtige verhört und führen derzeit gemeinsam mit Soldaten der IDF eine Kartierung durch, um die Zerstörung der Wohnung des Terroristen vorzubereiten. Derzeit setzen die Streitkräfte die Durchsuchung weiterer Orte in der Umgebung fort, um Terrorismus zu verhindern, teilte die Pressestelle der IDF in einer Erklärung mit.
Das Ziel dieser Operation ist nach offiziellen Angaben, terroristische Aktivitäten zu stören und Netzwerke aus Findungs-, Unterstützungs- und Waffenquellen zu identifizieren, die zu weiteren Anschlägen führen könnten. Im Rahmen der Aktion werden zusätzliche Orte in dem Gebiet überprüft, um mögliche Verbindungen zu dem Angriff ans Licht zu bringen.
Zuvor hatte ein Militärvertreter erklärt, der Terrorist sei ein „permanenter illegaler Einwohner“. Dem Sprecher zufolge handelt es sich dabei um jemanden, der seit vielen Jahren in Israel arbeitet und in diesem Fall auch für einen israelisch-arabischen Auftragnehmer tätig war.
Titelbild: Israelische Sicherheitskräfte durchsuchen nach einem Terroranschlag die Stadt Qabatiya im Westjordanland. Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90