
Mossad-Chef macht klare Aussagen über Regimewechsel – Iran rekrutiert Kindersoldaten – USA streben neue Verhandlungsrunde an
JERUSALEM 15.04.2026 (LS) – Mossad-Chef David Barnea hat am gestrigen Holocaustgedenktag bei einer Zeremonie erklärt, der israelische Geheimdienst werde nicht ruhen, bis er den Sturz des islamischen Regimes im Iran zugunsten eines freieren und weniger gewalttätigen Landes herbeigeführt habe.
„Unsere Mission ist noch nicht abgeschlossen. Wir haben nicht erwartet, dass unsere Mission mit dem Abklingen der Kämpfe sofort beendet sein würde, sondern wir haben geplant – und zwar wirklich geplant –, weiterzumachen, und dies wird sich auch nach den Angriffen auf Teheran zeigen“, so Barnea.
Israelische Medien berichten, der Mossad habe sowohl hochrangigen israelischen als auch amerikanischen Vertretern mitgeteilt, ein möglicher Regimewechsel werde erst nach und nicht während des Krieges gegen den Iran stattfinden.
Rekrutierung von 12-Jährigen
Berichte aus dem Iran sprechen von Militäreinsaätzen 12-Jähriger. Am 26. März 2026 gab Rahim Nadali, Stellvertreter der Mohammad-Rasulullah-Division der islamischen Revolutionsgarden (IRGC) in Teheran, im staatlichen Fernsehen im Rahmen einer neuen Rekrutierungskampagne für Zivilisten, den „Heimatverteidigungskämpfern für den Iran“, bekannt, das Mindestalter sei auf 12 Jahre festgelegt worden.
Amnesty International hat zahlreiche Fotos und Videos analysiert, die ab dem 21. März im Internet veröffentlicht wurden und Kinder zeigen, die Sturmgewehre tragen oder an Kontrollpunkten und bei militarisierten Kundgebungen neben Truppen der IRGC stehen.
Ein Augenzeuge berichtete gegenüber BBC Persian: „Ich habe an einem Kontrollpunkt in der Nähe unseres Hauses ein Kind gesehen … Ich glaube, er war etwa 15 Jahre alt. Er hatte gerade erst einen leichten Bartansatz. Es sah so aus, als hätte er Mühe zu atmen, weil es ihn so viel Kraft kostete, das Gewehr hochzuheben. Er richtete das Gewehr auf die Autos.“
Am 29. März kam der 11-jährige Alireza Jafari an einem Kontrollpunkt in Teheran ums Leben, als eine israelische Drohne die Stellung traf. Er war von seinem Vater dorthin gebracht worden, einem Mitglied der Basidsch-Miliz, die in dieser Nacht Personalmangel gemeldet hatte.
USA planen neue Verhandlungen
Verhandlungsdelegationen aus den USA und dem Iran könnten schon am Donnerstag nach Islamabad zurückkehren. US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag gegenüber der New York Post, in den nächsten zwei Tagen könnte in Pakistan „etwas passieren“.
US-Vizepräsident J.D. Vance wird voraussichtlich eine mögliche zweite Gesprächsrunde mit iranischen Vertretern leiten, sollten die Verhandlungen zu einem weiteren persönlichen Treffen führen, bevor der Waffenstillstand nächste Woche ausläuft, wie CNN am Dienstag aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen erfuhr. „Zukünftige Gespräche werden derzeit erörtert, aber bislang ist noch nichts konkret geplant“, so ein US-Vertreter gegenüber CNN.
Auch der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der die diplomatischen Gespräche bereits vor Kriegsbeginn leitete, werden voraussichtlich an einem möglichen zweiten Treffen teilnehmen.
Titelbild: Mossad-Chef David Barnea nimmt anlässlich des jährlichen Holocaust-Gedenktags an einer Zeremonie im Yad Vashem Holocaust-Gedenkmuseum in Jerusalem teil. Foto: Chaim Goldberg/Flash90