
Iran wirbt im Westen offen um Märtyrer – Botschaften sollen „Opferkampagne“ vorantreiben
JERUSALEM 29.04.2026 (LS) – Die iranischen Botschaften im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Australien und Sri Lanka haben im Rahmen einer neuen Kampagne offen versucht, Kämpfer zu rekrutieren, die bereit sind, „ihr Leben zu opfern“. Sie sollen aktiv Menschen für eine ideologisch motivierte „Opferkampagne“ anwerben – ein Schritt, der in Sicherheitskreisen als alarmierende Eskalation bewertet wird.
„Leben im Kampf opfern“
Nach Angaben aus Sicherheitsquellen werden über diplomatische Vertretungen Kontakte genutzt, um Unterstützer zu mobilisieren, die bereit sind, ihr Leben für die Sache des Regimes einzusetzen. In entsprechenden Aufrufen ist von „Selbstaufopferung“ und „Opferbereitschaft“ die Rede – Begriffe, die laut Experten bewusst gewählt werden.
Auf der offiziellen Website der iranischen Botschaft in London wurde am 15. April an „stolze Landsleute mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich“ appelliert, sich den Bemühungen anzuschließen.
„Alle tapferen und angesehenen Kinder des Iran sind eingeladen, sich bewusst an dieser Kampagne zu beteiligen und sich dafür anzumelden, um dem Buch der Ehren dieses alten Landes eine weitere goldene Seite hinzuzufügen und zu zeigen, dass ihre Herzen mit der Würde und Größe ihres Heimatlandes verbunden sind“, schrieb die Botschaft. „Lasst uns alle, jeder einzelne von uns, unser Leben im Kampf opfern, anstatt unser Land dem Feind zu überlassen.“
Diplomatische Einrichtungen als Schutzschild für Terror
Nach Einschätzung von Experten fungieren die iranischen Botschaften nicht nur als diplomatische Vertretungen, sondern auch als Plattformen zur Verbreitung einer Rekrutierungskampagne des Regimes.
Die Nutzung offizieller diplomatischer Strukturen für solche Zwecke wird als schwerwiegender Verstoß gegen internationale Normen gewertet. Gleichzeitig erschwert sie die Reaktion westlicher Staaten, da diplomatische Einrichtungen besonderen Schutz genießen. Das israelische Außenministerium erklärte: „Diplomatische Deckung darf kein Schutzschild für terroristische Aktivitäten sein. Das Vorgehen gegen solche Missionen ist eine notwendige Reaktion auf ein Regime, das die Diplomatie zur Verbreitung von Gewalt missbraucht.“
Wachsende Sorge in westlichen Sicherheitskreisen
Experten warnen, die Kombination aus ideologischer Mobilisierung und internationaler Vernetzung stelle eine neue Dimension dar. Anders als klassische Terrornetzwerke setze Iran verstärkt auf dezentrale Unterstützung und individuelle Akteure. Die Kampagne wird vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten gesehen. Beobachter gehen davon aus, dass Iran versucht, Druck auch außerhalb der Region aufzubauen.
Die offenen Aufrufe zur „Selbstaufopferung“ werden daher nicht nur als Propaganda, sondern als potenzielles Sicherheitsrisiko bewertet. Dr. Lynette Nusbacher, ehemalige Geheimdienstoffizierin der britischen Armee und Militärhistorikerin, warnt, dass „kein Land der Welt“, sei es Israel oder Großbritannien, „es sich leisten kann, die Gefahren von Spionage, Einflussnahme oder politischer Gewalt durch Personen jeglicher Herkunft, die im Auftrag des Iran handeln, auf die leichte Schulter zu nehmen“ – unabhängig davon, ob diese Handlungen direkt vom Iran ausgingen oder nicht.
Titelbild: Die iranische Botschaft in London. Foto: Paasikivi/Wikimedia Commons