
Huckabee mit deutlichen Aussagen zu Israel und Iran
JERUSALEM, 18.06.2026 (DR) – Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, hat sich in den vergangenen Tagen mehrfach pointiert zu Israel, Iran, Hamas und Hisbollah geäußert. Zunächst betonte er bei einer Konferenz in Judäa und Samaria die geistliche und historische Bedeutung Israels für die Vereinigten Staaten. Kurz darauf schlug er auf X vor, Mitglieder von Hamas und Hisbollah nach Iran abzuschieben – zur „Mutterschiff“-Macht der Terrororganisationen.
„Ohne Israel gäbe es kein Amerika“
Bei der „Internationalen Konferenz über israelisches Erbe“ in Judäa und Samaria erklärte Huckabee am Dienstag, Israels Erbe sei nicht nur jüdisches, sondern auch amerikanisches Erbe. „Ohne Israel, ohne das jüdische Fundament gäbe es Amerika nicht“, fügte er hinzu. Die Vereinigten Staaten verdankten ihre Existenz dem, was in diesem Land geschehen sei.
Die Aussage fiel kurz nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte bei einem Treffen mit dem katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani gesagt, ohne ihn persönlich gäbe es kein Israel, weil kein anderer Präsident bereit gewesen sei, das zu tun, was er getan habe. Trump verband dies mit Kritik an Israels Vorgehen im Libanon.
Damit widersprach Huckabee Trump nicht in Form einer direkten persönlichen Attacke. Seine Worte setzten jedoch einen deutlichen Gegenakzent: Nicht nur Israel profitiere von den USA, sondern auch Amerika stehe in einer tiefen geistlichen und historischen Verbindung zu Israel.
Deportation von Hamas und Hisbollah
Am Mittwoch griff Huckabee zudem die Rolle Irans in der Region auf. Auf der Plattform X schrieb er, Teheran verlange von Israel, die Verteidigung seiner Grenze gegen die Hisbollah einzustellen, während ein Gaza-Friedensplan von der Entwaffnung der Hamas abhänge. Seine Idee: „Jedes Mitglied von Hisbollah und Hamas ins ‚Mutterschiff‘ nach Iran abschieben.“ Das Ergebnis wäre nach seiner Darstellung, dass der Libanon und Israel von den iranischen Terror-Stellvertretern befreit würden; er schloss mit dem Appell, dem Frieden eine Chance zu geben.
Der Vorschlag ist bislang keine offizielle US-Initiative, sondern eine Äußerung des US-Botschafters. Die Ereignisse im südlichen Libanon gaben Huckabees Punkt jedoch zusätzliches Gewicht: Dort griff die Hisbollah erneut israelische Soldaten an.
Hisbollah greift an – Iran droht Israel
Am Donnerstag gab die israelische Armee (IDF) den Tod von Hauptfeldwebel d. Res. Alexander F. bekannt. Der 29-jährige Soldat fiel im südlichen Libanon, als ein Sprengsatz gegen eine Fußpatrouille im Litani-Gebiet detonierte. Sieben weitere Soldaten wurden verletzt.
Bereits zuvor hatten zwei mit Sprengstoff beladene Hisbollah-Drohnen fünf IDF-Soldaten verletzt. Israel reagierte mit Artilleriefeuer auf Terrorinfrastruktur in der Gegend.
Kurz darauf verschärfte Iran den Ton. Das Khatam-al-Anbiya-Hauptquartier der iranischen Streitkräfte warf der IDF vor, die Waffenruhe im südlichen Libanon innerhalb von zwei Tagen 84 Mal verletzt zu haben. In der Erklärung hieß es, die Armee der „terroristischen zionistischen Entität“ setze ihre „Verbrechen und Massaker gegen das unterdrückte libanesische Volk“ fort.
Sollte die israelische Armee ihre Operationen im Süden des Libanon nicht einstellen, müsse Israel eine „harte Antwort der mächtigen iranischen Streitkräfte“ erwarten, drohte die iranische Seite. Damit wird der Zusammenhang sichtbar, auf den Huckabee verwies: Die Hisbollah greift israelische Soldaten an, Israel reagiert – und Iran droht Israel wegen dieser Reaktion.
Titelbild: US-Botschafter zu Israel Mike Huckabee bei einer Ansprache in Jerusalem, 7.12.2025. Bild: Yonatan Sindel/Flash90