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Eyal Zamir ruft zur Geschlossenheit auf – Israels Armee benötigt jeden Soldaten

JERUSALEM, 28.06.2026 (NH) – In einer entscheidenden Phase für die Sicherheit des Staates Israel hat Generalstabschef Lt. Gen. Eyal Zamir zu Entschlossenheit und Zusammenhalt aufgerufen. Bei der Abschlussfeier eines Offizierslehrgangs der Infanterie an der Offiziersschule der israelischen Armee (IDF), Bahad 1, im Süden des Landes betonte er, dass die Streitkräfte angesichts der Bedrohung an mehreren Fronten „jeden Soldaten und jede Soldatin, jeden Kommandanten und jede Kommandantin“ benötigten. Die Stärke der IDF liege darin, alle Teile der Gesellschaft zu vereinen, um die Missionen des Landes erfolgreich zu erfüllen. Die Forderung nach maximaler personeller Einsatzbereitschaft ist eine direkte Antwort auf die anhaltenden Herausforderungen im Kampf gegen den Terror der Hamas, der Hisbollah und die regionalen Ambitionen Irans.

Der personelle Engpass und die Forderung nach Gerechtigkeit

Die IDF stehen vor einer erheblichen personellen Herausforderung. Schätzungen zufolge benötigt das Militär rund 12.000 zusätzliche Rekruten, um die Sicherheit an den Grenzen und im Landesinneren dauerhaft zu gewährleisten. Während sich das Land im Krieg befindet, ist die Frage der Wehrgerechtigkeit zu einem zentralen politischen und gesellschaftlichen Thema geworden. Rund 80.000 ultraorthodoxe Männer im wehrfähigen Alter sind derzeit vom Wehrdienst befreit. Das stößt in weiten Teilen der Bevölkerung, die Reservisten stellt oder Kinder im Militärdienst hat, auf wachsendes Unverständnis. Die ultraorthodoxe Gemeinschaft begründet ihre Ablehnung des Militärdienstes vor allem damit, dass religiöse Gebote im Wehrdienst gefährdet seien und das Thorastudium Vorrang vor dem Dienst in der IDF habe.

Zamir betonte, der Zusammenhalt müsse durch das gestärkt werden, was die Israelis verbinde, und nicht durch das, was sie trenne. Dieser gesellschaftliche Zusammenhalt sei selbst ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Stärke Israels.

Protestierende blockieren eine Straße in Bnei Brak, um die Einberufung ultraorthodoxer Männer zum israelischen Militär zu unterstützen. Sie demonstrieren gegen Straßenblockaden ultraorthodoxer Gegner nach der Festnahme von Wehrdienstverweigerern. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90
Protestwelle – Bürger fordern Gleichheit bei den Pflichten

Als Reaktion auf die jüngsten Demonstrationen thoratreuer Männer gegen ihre Einberufung kam es in der ultraorthodox geprägten Stadt Bnei Brak zu einer Gegenkundgebung. Hunderte Demonstranten, darunter Reservisten und Mitglieder der Organisation „Mütter an der Front“, blockierten die Route 4 sowie die Zufahrten zur Stadt. Mit israelischen Flaggen und Sprechchören wie „Keine Rechte ohne Pflichten!“ forderten sie, dass auch die ultraorthodoxe Gemeinschaft ihren Beitrag zur Verteidigung des Landes leisten müsse. Die Demonstranten erklärten, ihre Kinder zögen nicht in den Krieg, um einen Staat zu verteidigen, der anderen erlaube, sich dieser Verantwortung zu entziehen.

Die Proteste verdeutlichen den Wunsch nach einer solidarischen Gesellschaft, in der die Last der Landesverteidigung von allen Bürgern gleichermaßen getragen wird.

Titelbild: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Eyal Zamir nehmen an der Abschlussfeier eines Offizierslehrgangs der israelischen Armee im Süden des Landes teil. Foto: Flash90

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