
USA greifen den Iran erneut an – Israel bereitet sich auf Eskalation vor
JERUSALEM 09.07.2026 (LS) – Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht weitere Ziele im Iran angegriffen. Nach amerikanischen Angaben richteten sich die Angriffe gegen militärische Infrastruktur entlang der iranischen Küste und im Bereich der Straße von Hormus. Washington reagierte damit auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe in den vergangenen Tagen.
CENTCOM greift 90 iranische Ziele an – Iran beschießt US-Basen
Das US-Zentralkommando, kurz CENTCOM, erklärte, die neuen Angriffe hätten das Ziel, Irans Fähigkeit zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Besatzungen in der Straße von Hormus zu bedrohen. Getroffen worden seien unter anderem Luftabwehrsysteme, Küstenüberwachung, Raketen- und Drohnenlager, Marinekapazitäten und militärische Logistik. Laut US-Militär wurden in der Nacht zum Donnerstag rund 90 Ziele angegriffen.
US-Präsident Donald Trump veröffentlichte Bilder der Angriffe und erklärte, es handle sich um eine Vergeltung für die iranischen Attacken auf Schiffe. „Wenn das wieder passiert, wird es viel schlimmer“, warnte Trump. Bei einer Pressekonferenz erklärte er zugleich, er erwarte nicht unbedingt eine längere Eskalation. Die USA hätten Iran härter getroffen, nachdem Teheran Schiffe angegriffen habe. Später behauptete Trump, Iran wolle „unbedingt“ ein Abkommen, er wisse aber nicht, ob Teheran ein solches Abkommen einhalten werde.
Iran reagierte auf den US-Beschuss mit Angriffen auf amerikanische Ziele in der Golfregion. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte, sie hätten US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei seien Einrichtungen in Arifjan und Ali Al Salem in Kuwait sowie Juffair und Sheikh Isa in Bahrain ins Visier genommen worden. Iran warnte, die Reaktionen könnten auf weitere amerikanische Stützpunkte in der Region ausgeweitet werden.
Israel hält Kampfpläne bereit
Der jüngste Schlagabtausch blieb bislang auf den Golf beschränkt. Israel bereitet sich dennoch auf eine Eskalation vor. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz hielten eine Sicherheitsberatung ab und die israelische Armee (IDF) hat ihre Bereitschaft offenbar umfassend erhöht. Nach israelischen Berichten hält die Armee defensive und offensive Vorbereitungen aufrecht. Kampfflugzeuge seien bewaffnet und einsatzbereit, Operationspläne lägen vor, und Ziele seien auf Grundlage aktueller Geheimdienstinformationen vorbereitet.
Zudem arbeitet Israel eng mit dem US-Zentralkommando zusammen, um nicht von einer plötzlichen Eskalation überrascht zu werden. Die Frage ist, ob der Iran versucht, den Konflikt über seine regionalen Verbündeten oder durch direkte Angriffe auszuweiten.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte einen geplanten Besuch in Israel ab. Benjamin Netanjahu erklärte in einem Interview, Hegseth sei nach Washington zurückgerufen worden. Pakistan und Katar, die zuletzt zwischen Washington und Teheran vermittelt hatten, riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Iran drohte zugleich erneut, die Straße von Hormus bei weiteren Angriffen zu schließen. US-Vizepräsident JD Vance warnte, sollte der Iran versuchen, die Wasserstraße zu blockieren, würden die USA erneut militärisch reagieren. Ein US-Verteter erklärte: „Alles hängt von der Reaktion des Iran ab. Wenn sie weiter schießen, könnte sich das, was letzte Nacht passiert ist, zu einem wöchentlichen oder sogar täglichen Ereignis entwickeln. Wir sind darauf vorbereitet.“
Titelbild: US-Angriff in Chabahar, einer Hafenstadt im Südosten des Iran, in der Nacht vom 8. zum 9. Juli 2026. Bild: US-Präsident Donald Trumps „Truth Social“-Account (via Social Media)