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Mehr als 16.000 Arbeitslose: KI setzt Israels Hightech-Sektor unter Druck

JERUSALEM, 12.07.2026 (DR) – Die Zahl der beim israelischen Arbeitsmarktservice registrierten Arbeitssuchenden aus dem Hightech-Sektor ist auf mehr als 16.000 gestiegen. Damit wurde außerhalb außergewöhnlicher Krisenzeiten ein neuer Höchststand erreicht.

Inbal Maschasch, Leiterin des israelischen Arbeitsmarktservice, erklärte im Radiosender 103FM, die Zahl habe sich seit 2022 verdreifacht. Besonders stark betroffen seien Entwickler und andere Softwarefachkräfte.

Erfahrene Entwickler verlieren ihre Stellen

Etwa die Hälfte der registrierten Arbeitssuchenden komme aus Softwareberufen. Viele von ihnen hätten mehr als acht Jahre Berufserfahrung und gehörten damit zum Kern der israelischen Technologiebranche.

Maschasch führt den Anstieg unter anderem auf die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz zurück. Softwareberufe seien den Veränderungen durch KI besonders stark ausgesetzt.

Der Arbeitsmarkt wandle sich jedoch nicht nur im Hightech-Sektor. Beschäftigte in vielen Bereichen müssten ihre Kenntnisse an neue Technologien anpassen. Der Arbeitsmarktservice setzt deshalb verstärkt auf Weiter- und Umqualifizierungen.

Tausende offene Stellen trotz Arbeitslosigkeit

Gleichzeitig gibt es nach Angaben des Arbeitsmarktservice rund 14.000 offene Stellen im Hightech-Sektor. Hinzu kommen etwa 4.000 technische Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen.

Dass dennoch Tausende erfahrene Fachkräfte arbeitslos sind, liegt offenbar daran, dass ihre bisherigen Kenntnisse nicht immer zu den veränderten Anforderungen der Unternehmen passen. Durch gezielte Qualifizierungen soll ein Teil von ihnen wieder eine Stelle im Hightech-Sektor finden.

Fachkräfte auch für klassische Industrien gefragt

Andere Fachkräfte sollen technische Aufgaben außerhalb der eigentlichen Technologiebranche übernehmen. Der Arbeitsmarktservice arbeitet dazu mit der israelischen Innovationsbehörde, der staatlichen KI-Zentrale und dem israelischen Industrieverband zusammen.

Im Blick stehen dabei vor allem etablierte, überwiegend nichttechnologische Wirtschaftszweige, etwa Industrie- und Produktionsunternehmen. In diesen so genannten „traditionellen Branchen“ werden zunehmend Fachkräfte für Software, Automatisierung, Datenverarbeitung und künstliche Intelligenz benötigt.

Maschasch erwartet, dass die Zahl der arbeitslosen Hightech-Fachkräfte in den kommenden Monaten zunächst weiter steigt. Danach dürfte sich die Entwicklung ihrer Einschätzung nach allmählich abschwächen.

Titelbild: Büroräume eines Hightech-Unternehmens in Jerusalem, Symbolbild. Foto: Hadas Parush/Flash90.

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