
Israel und Libanon einigen sich auf zwei Pilotzonen für schrittweisen Rückzug
JERUSALEM, 16.07.2026 (DR) – Israel, der Libanon und die USA haben sich auf die Grundzüge eines schrittweisen israelischen Rückzugs aus zunächst zwei Gebieten im Südlibanon verständigt. Die Umsetzung könnte nach Abschluss letzter Einzelheiten bereits in den kommenden Tagen beginnen.
Vertreter der drei Staaten beendeten am Mittwoch zweitägige Gespräche in der US-Botschaft in Rom. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie die Verhandlungen als „produktiv und positiv“. Dabei einigten sie sich auf die Struktur und die Grundsätze für zwei sogenannte Pilotzonen.
Libanesische Armee soll Sicherheitskontrolle übernehmen
In den beiden Gebieten soll sich die israelische Armee (IDF) schrittweise zurückziehen. Gleichzeitig soll die libanesische Armee dort die vollständige Sicherheitsverantwortung übernehmen.
Anschließend soll eine unabhängige dritte Partei prüfen, ob militärische Infrastruktur der Hisbollah und illegale Waffen entfernt wurden. Die ersten beiden Pilotzonen wurden bereits zwischen der IDF und der libanesischen Armee abgestimmt.
Weitere Gebiete sollen nur im gegenseitigen Einvernehmen eingerichtet werden. Zudem hängt eine Ausweitung des Modells davon ab, ob die Umsetzung in den ersten beiden Zonen erfolgreich verläuft.
Kontrollmechanismus noch ungeklärt
Wer die Einhaltung der Vereinbarungen überprüfen soll, steht noch nicht fest. Ein hochrangiger israelischer Vertreter schloss eine Beteiligung der UNO aus. Auch die im Südlibanon stationierte UNO-Friedenstruppe UNIFIL und die UNO-Beobachtermission UNTSO sollen nicht Teil des Kontrollmechanismus werden.
Auch die USA wollen keine eigenen Soldaten vor Ort einsetzen. Washington sei nicht bereit, Bodentruppen zu entsenden, erklärte der israelische Vertreter zur amerikanischen Haltung. Mehrere weitere Alternativen werden derzeit geprüft.
Die Gespräche sollen nun auf technischer Ebene fortgesetzt werden. Ziel ist die vollständige Umsetzung des am 26. Juni vereinbarten trilateralen Rahmens und langfristig ein umfassendes Abkommen zwischen Israel und dem Libanon.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Entwaffnung der Hisbollah. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation lehnt eine Abgabe ihrer Waffen nach wie vor ab. Israel besteht dagegen darauf, dass seine Truppen nicht vollständig abziehen, solange die Hisbollah bewaffnet bleibt.
Titelbild: Die Grenzmauer zwischen Israel und dem Libanon mit einer blauen UNO-Tonne, die die sogenannte „Blaue Linie“ zwischen beiden Ländern markiert. Bild: Ayal Margolin/Flash90