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Israel will JDAM-Umrüstungen künftig selbst in großer Stückzahl herstellen

JERUSALEM 22.07.2026 (LS) – Israel treibt seine militärische Unabhängigkeit deutlich voran. Nach den Erfahrungen des langen Mehrfrontenkrieges und internationaler Waffenbeschränkungen will das Verteidigungsministerium die heimische Produktion entscheidender Munition massiv ausbauen.

Israel soll innerhalb von zwei Jahren in der Lage sein, eigene JDAM-Nachrüstsätze in Massenproduktion herzustellen. JDAM steht für Joint Direct Attack Munition. Dabei handelt es sich um Umrüstungen, mit der ungelenkte Bomben in zielgenauere Waffen umgewandelt werden können.

Lehre aus Waffenstopps und langen Kriegen

Der Schritt ist Teil einer breiteren israelischen Strategie, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten zu verringern. Seit Jahrzehnten verlässt sich Israel in Krisenzeiten stark auf die USA, besonders bei bestimmten Munitionsarten. Diese Abhängigkeit wurde während des Krieges gegen die Hamas, die Hisbollah und Iran erneut sichtbar.

Im Mai 2024 hatte die Regierung von US-Präsident Joe Biden bestimmte Waffenlieferungen an Israel zeitweise gestoppt. Hintergrund waren Differenzen über die geplante israelische Operation in Rafah im südlichen Gazastreifen. In Israel wurde dieser Schritt als Warnsignal verstanden: Selbst der wichtigste Verbündete kann in kritischen Momenten politische Bedingungen an militärische Hilfe knüpfen.

Selbstversorgung stärken

Bereits Ende 2024 begann Israel auf Anweisung des damaligen Verteidigungsministers Yoav Gallant damit, mehr Bomben im eigenen Land zu produzieren. Ursprünglich ging es vor allem um einfachere Munition. Doch der Prozess wurde in den Jahren 2025 und 2026 ausgeweitet. Inzwischen liegt der Fokus auch auf moderner Präzisionsmunition.

Das Verteidigungsministerium unterzeichnete Anfang 2025 zwei große Vereinbarungen mit Elbit Systems im Umfang von rund einer Milliarde Schekel (ca. 300 Millionen Euro). Ziel war es, die Selbstversorgung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) bei Munition und Rohstoffen zu stärken.

Der Bedarf ist enorm. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden seit Kriegsbeginn mehr als 120.000 Tonnen militärische Ausrüstung, Munition, Waffensysteme und Schutzausrüstung nach Israel gebracht. Der größte Teil kam aus den USA, transportiert mit rund 1.000 Flugzeugen und etwa 150 Schiffen.

Zusammenarbeit mit Verbündeten halten

Amir Baram, Generaldirektor des Verteidigungsministeriums und früherer stellvertretender Generalstabschef der IDF, erklärte, Israel müsse zwei Wege gleichzeitig verfolgen: die eigene Verteidigungsindustrie stärken und zugleich die Zusammenarbeit mit Verbündeten erhalten. Es gehe darum, die IDF sowohl im Alltag als auch in Notlagen kampffähig zu halten.

Auch die Produktion von Arrow-Abfangraketen wurde ausgeweitet. Nach israelischen Angaben führten Vereinbarungen mit Deutschland dazu, dass die Produktion deutlich erhöht werden konnte. Das zeigt, dass Israel nicht nur offensive Munition, sondern auch seine Luftverteidigung langfristig absichern will.

Titelbild: Kampfflieger der israelischen Luftwaffe bereiten sich auf einen Angriff auf den Iran vor, 28. Februar 2026. Foto: IDF Spokesperson Unit

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