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Hüttenkäse-Krise weitet sich aus: Israels Fabriken stehen still, da ausländische Techniker sich weigern, zu kommen

JERUSALEM 23.07.2026 (LS) – Ein Mangel an Tnuva-Hüttenkäse, der durch eine Störung in einem im Ausland erworbenen System verursacht wurde, hat ein weitaus umfassenderes Problem offenbart, mit dem israelische Hersteller konfrontiert sind. Fabriken im ganzen Land berichten, sie seien zunehmend isoliert, da ausländische Techniker sich weigern, nach Israel zu reisen.

Deutsche Techniker helfen über Zoom

Anlass der Aufdeckung des Problems war eine monatelange Hüttenkäse-Knappheit im israelischen Handel: Das Tnuva-Werk in Alon Tavor produzierte und verpackte den Käse wie gewohnt – doch ein Defekt in einem automatisierten Lagersystem ließ die Behälter feststecken. Der deutsche Hersteller der Anlage, Dematic, weigert sich, Techniker zur Reparatur zu schicken. In der Zwischenzeit versuchen die Dematic-Mitarbeiter, die Teams von Tnuva von Deutschland aus per Telefon und über Zoom zu unterstützen, während die Tnuva-Mitarbeiter gleichzeitig einen Teil der Systeme manuell bedienen. Dies ist eine nur bedingt geeignete Lösung, die eine Rückkehr zum normalen Lieferrhythmus nicht ermöglicht.

Als Ergebnis weitet sich die Versorgungskrise jetzt auch auf den Bereich des Weißkäses aus. „Wenn es keinen Hüttenkäse gibt, weicht die Bevölkerung auf Weißkäse aus und beginnt, diesen zu Hause zu horten, was aufgrund der hohen Nachfrage zu einer Verknappung führt. Dies ist eine sich zuspitzende Abwärtsspirale, die gestoppt werden muss“, so ein frustrierter Konsument.

Glaswerk in Tel Aviv: Techniker aus Italien bleiben zu Hause

Eine Ynet-Analyse ergab, dass das Problem nahezu alle Bereiche der israelischen Industrie betrifft – von Stahl und Kunststoff bis hin zur Lebensmittelproduktion. Ausländische Spezialisten werden sowohl für die Installation von Maschinen in neuen Werken als auch für die Instandhaltung bestehender Produktionslinien benötigt.

Shmuel Donnerstein, Eigentümer der Rav-Bariach-Gruppe, beschrieb die Situation als katastrophal. Sein Unternehmen baut ein neues Glasverarbeitungswerk, das Dutzende Techniker für den Aufbau der Produktionslinien benötigt. „Die Techniker sollen aus Italien kommen – und sie kommen nicht“, erzählte er. „Wir haben versucht, Techniker aus Kolumbien zu finden, aber die Einwanderungsbehörde hat ihnen die Einreise verweigert.“ Das Werk sollte eigentlich im Juli seinen Probebetrieb aufnehmen – das ist nun nicht mehr möglich.

Kriegszone-Klassifizierung, Versicherungsprobleme, politischer Druck

Die Gründe sind vielschichtig: Einige Unternehmen verweisen auf Israels Einstufung als Kriegsgebiet – ihre Versicherungen würden den Aufenthalt der Mitarbeiter in Israel nicht mehr abdecken. Andere berichten von sozialem und politischem Druck in ihren Heimatländern, nicht nach Israel zu reisen. In manchen Fällen weigern sich Technikergewerkschaften in Europa pauschal, Mitglieder nach Israel zu entsenden.

Die Folgen sind erheblich: Neue Fabrikhallen stehen fertig gebaut leer, weil die Maschinen nicht installiert werden können. Bestehende Produktionslinien werden mit veralteten Mitteln am Laufen gehalten, weil Wartungsverträge de facto nicht mehr erfüllt werden. Exportorientierte Betriebe geraten in Lieferverzug gegenüber internationalen Abnehmern.

Hinzu kommt: Israel ist in vielen Industriezweigen stark von importierten Spezialmaschinen abhängig – eine Verwundbarkeit, die der Krieg schonungslos offengelegt hat. Die Debatte darüber, wie Israel seine industrielle Unabhängigkeit stärken kann, hat neue Dringlichkeit erhalten

Titelbild: Der israelische Hüttenkäse kommt in verschiedenen Sorten und ist im Heiligen Land sehr beliebt. Foto: Yossi Zamir/Flash

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