
Jugendlicher trägt T-Shirt mit Terroristin beim Besuch des KZ Mauthausen
JERUSALEM 10.08.2026 (LS) – Ein Jugendlicher hat die KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Österreich mit einem T-Shirt, das die Terroristin Dalal Mughrabi zeigt, besucht. Das T-Shirt war auf der Brust mit „Free Palestine“ und auf dem Rücken mit einer palästinensischen Flagge und einem Bild von Dalal Mughrabi bedruckt. Die 19-jährige Terroristin leitete 1978 den „Küstenstraßen-Anschlag“. Elf Terroristen drangen damals unter Führung von Mughrabi vom südlichen Libanon mit Booten nach Israel ein. Sie ermordeten 37 Zivilisten, darunter zehn Kinder. Unter den Opfern befand sich auch die Nichte des US-amerikanischen Senators Abraham A. Ribicoff, Gail Rubin. Rubin hatte als Touristin am Strand des Naturreservats Tanninim Landschaftsaufnahmen gemacht, als sie von den ankommenden Terroristen ermordet wurde. Mughrabi wurde im Fortlauf des Terroranschlags in einem Schusswechsel mit israelischen Sicherheitkräften erschossen.
Jordana gegen 600 Teilnehmer
Eine jüdische Besucherin konfrontierte den Träger des T-Shirts in Mauthausen. Der Teenager war Teil einer Gruppe von rund 600 Teilnehmern eines internationalen antifaschistischen Jugendlagers. Die jüdische Frau, die sich später als Jordana vorstellte, filmte die Szene und konfrontierte sowohl den Jugendlichen als auch seine Lehrer. Als Jordana erklärte, das Shirt sende die Botschaft, es sei akzeptabel, Juden zu töten, antworteten einige Mitschüler und Lehrer, Israel begehe einen „Genozid“ im Gazastreifen.
Jordana wies das entschieden zurück: „Ihr kommt in ein Konzentrationslager und nennt einen Krieg Völkermord?“ Sie betonte, ein Vergleich mit dem Holocaust entehre das Andenken an die mehr als 100.000 Opfer, die in Mauthausen ums Leben gekommen waren. Der Touristenführer reagierte nicht auf die Fragen über das T-Shirt und versuchte, die Tour fortzusetzen. Der Jugendliche selbst schwieg.
Jordana schrieb auf Instagram: „Schämt euch, wer das Andenken an Holocaust-Opfer schändet, indem er das, was in Gaza geschieht, als ‚Genozid‘ bezeichnet. Das ist inakzeptabel, und Schüler sollten sich besser benehmen.“
Gedenkstätte ruft Polizei und veröffentlicht Stellungnahme
Die Gedenkstätte erklärte in einer Stellungnahme: „Bei einem Besuch von rund 600 Teilnehmern eines internationalen antifaschistischen Jugendlagers trug ein Teilnehmer ein T-Shirt mit dem Aufdruck ‚Free Palestine‘. Unsere Mitarbeiter hatten dies bei der Betreuung der großen Gruppe nicht bemerkt. Sobald klar war, worum es ging, bat unser Team den Besucher, das Shirt zu wechseln, was er auch tat.“ Die Mitarbeiter der Gedenkstätte riefen schließlich wegen des Verhaltens der Gruppe die Polizei.

In der Erklärung hieß es weiter, in der Stätte seien keine Materialien zugelassen, die „antisemitische, rassistische oder allgemein diskriminierende Ansichten verbreiten und die Würde der Opfer untergraben“. Weiter hieß es: „Derzeit gibt es immer mehr Situationen, in denen politische Themen mit diesen Stätten in Verbindung gebracht werden – Themen, die einander diametral entgegenstehen. Die Geschichte und die Würde dieses Ortes verlangen, dass solche Konflikte objektiv und mit gegenseitigem Einfühlungsvermögen gelöst werden. Provokatives Verhalten anderer Besucher ist nicht erwünscht, und die Gedenkstätte behält sich das Recht vor, in solchen Fällen Verwarnungen auszusprechen.“
Titelbild: Palästinenser halten Poster mit dem Bild von Dalal Mughrabi. Sie gilt unter Palästinensern als Freiheitskämpferin. Foto: Issam Rimawi/Flash 90