
Hisbollah-Sprengstoffdrohne verletzt drei israelische Soldaten schwer – Israel antwortet mit Luftangriffen
JERUSALEM 16.08.2026 (LS) – Die Hisbollah hat in der Nacht zum Samstag drei israelische Soldaten schwer durch eine Sprengstoffdrohne verletzt. Die israelische Armee (IDF) antwortete mit Luftangriffen, die laut libanesischen Behörden elf Menschen töteten. Israel räumt zivile Opfer ein, macht aber klar: Die Familie des Hisbollah-Kommandeurs war im Militärhauptquartier, weil er sie selbst dorthin gebracht hatte.
Hisbollah-Drohne trifft Eliteeinheit am Ali-Taher-Rücken
Gegen 2:30 Uhr am Samstagmorgen traf eine Sprengstoffdrohne der Hisbollah Soldaten der Eliteeinheit Yahalom – einer Kampfpioniertruppe der IDF – in der Nähe des Ali-Taher-Rückens im Südlibanon. Die Hisbollah unterhält in diesem Gebiet ein massives unterirdisches Tunnelnetz. Ein Offizier und zwei Soldaten wurden schwer verletzt und in ein Krankenhaus evakuiert.
Das Büro des Premierministers veröffentlichte noch in der Nacht eine ungewöhnliche englischsprachige Erklärung – ein Zeichen, wie ernst Jerusalem die Lage einschätzt: „Heute früh hat die Hisbollah den Waffenstillstand im Libanon verletzt, indem sie unsere Soldaten in der Sicherheitszone angegriffen hat. Wir haben daraufhin das Hisbollah-Terrorhauptquartier angegriffen, das den Angriff befohlen hat.“
Die israelischen Streitkräfte (IDF) führten in der Nacht Luftangriffe im Gebiet des Ali-Taher-Gebirgskamms im Libanon durch. Libanesischen Berichten zufolge griff die israelische Luftwaffe verschiedene Ziele der Hisbollah an. Gleichzeitig teilte die Pressestelle der israelischen Streitkräfte mit, das Militär habe außerdem einen gezielten Angriff im Gebiet von Deir ez-Zahrania durchgeführt und dabei Abu Hassan Alaa, einen hochrangigen Kommandeur der „Badder-Einheit“ der Terrororganisation Hisbollah, getötet.
Zivilisten im Militärhauptquartier – Hisbollah nutzt Familie als Schutzschild
Die IDF bestätigte, dass bei den Luftangriffen auch Zivilisten getötet wurden. Gleichzeitig identifizierte sie das Ziel: Ali Samir Al-Haj Hassan, Bataillonskommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah, sowie mehrere seiner Kämpfer. Das Militär nannte den Grund für die zivilen Opfer: „Der Terrorist nutzte seine Familie als menschliche Schutzschilde, indem er sie neben sich im Militärhauptquartier versteckte.“
Libanons Präsident Joseph Aoun verurteilte die Angriffe als „klare Botschaft vor der nächsten Verhandlungsrunde“ und sprach von Verstößen gegen das Völkerrecht. Premierminister Nawaf Salam erklärte auf X: „Die sieben Märtyrer des israelischen Luftangriffs auf Ansar sind keine Militärinfrastruktur.“ Doron Spielman, ein Sprecher des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, erklärte hingegen, die Angriffe sollten die Gespräche mit dem Libanon beschleunigen und ernsthafter machen – nicht das Gegenteil. Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, warnte Beirut ausdrücklich: „Wenn die libanesische Regierung diesen Vorfall als Vorwand nutzt, um die Gespräche zu verzögern, gibt sie der Hisbollah einen taktischen Sieg.“
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon ist Anfang September in Rom geplant.
Titelbild: Fahrzeuge der IDF am Ortseingang von Taybeh im Südlibanon. Foto: Ayal Margolin/Flash90