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Syrien-Angriff: US-Gesandter Barrack bringt Wahlkampfmotiv ins Spiel – Israel widerspricht

JERUSALEM, 23.08.2026 (DR) – Der US-Sondergesandte Tom Barrack hat ein mögliches Wahlkampfmotiv hinter Israels Angriff auf den syrischen Militärflugplatz Abu al-Duhur ins Spiel gebracht. In einem am Freitag auf X veröffentlichten Interview mit Unternehmer Mario Nawfal erklärte Barrack, eine Theorie sei, Israel habe die Türkei bewusst zu einer militärischen Reaktion provozieren wollen. Er betonte, dies sei keine Geheimdiensterkenntnis.

Die Äußerungen beziehen sich auf den israelischen Angriff auf Abu al-Duhur vom Dienstag. Israel begründete den Einsatz damit, eine geplante türkische Militärpräsenz verhindert zu haben.

Barrack: Türkei erwog militärische Reaktion

Barrack zufolge hatte Israel Washington etwa sechs Tage zuvor auf mögliche türkische Aktivitäten hingewiesen. Die USA hätten die Angaben geprüft und zurückgemeldet, dass eine entsprechende Verlegung nicht stattfinde. Über den Angriff selbst seien Washington und Ankara jedoch nicht vorab informiert worden.

Als sich israelische Kampfjets der türkischen Grenze näherten, wusste Ankara laut Barrack weder Ziel noch Absicht. Das türkische Militär habe erwogen, eigene Kampfjets aufsteigen zu lassen. Damit seien beide Länder einer direkten Konfrontation gefährlich nahe gekommen. Ankara habe sich letztlich jedoch bewusst zurückgehalten.

Barrack verband seine Theorie mit der israelischen Wahl am 27. Oktober, bezeichnete ein Provokationsmotiv aber ausdrücklich nur als eine von mehreren Erklärungen.

Katz weist Barracks Darstellung zurück

Israels Verteidigungsminister Israel Katz bezeichnete Barracks Äußerungen als „voller Ungenauigkeiten“. Die israelische Armee habe den Angriff aufgrund „klarer Geheimdienstinformationen“ empfohlen. Nach israelischen Angaben wollte die Türkei auf Abu al-Duhur Radar- und Luftabwehrsysteme mit türkischem Bedienpersonal stationieren.

Israel habe die syrische Führung gewarnt und die Informationen an zuständige US-Stellen weitergegeben. Nachdem die Warnung unbeantwortet geblieben sei, hätten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Katz den Angriff genehmigt.

Israel warnt vor türkischer Verankerung

„Erdogan wurde mit der Hand in der Keksdose erwischt und musste zurückweichen“, erklärte Katz. Gemeint war der Versuch Ankaras, seine militärische Präsenz auf Abu al-Duhur auszubauen. Jerusalem befürchtet, türkische Radar- und Luftabwehrsysteme könnten Israels militärische Handlungsfreiheit über Syrien einschränken. Das wäre auch für mögliche Einsätze gegen den Iran relevant, da israelische Kampfjets syrischen Luftraum als Transitroute nutzen.

Israels Sprecher für internationale Öffentlichkeitsarbeit Doron Spielman zufolge kontrolliert die Türkei inzwischen rund fünf Prozent Syriens, Israel dagegen etwa 0,1 Prozent im Süden. Ankaras Präsenz erfolgt mit Zustimmung der syrischen Regierung.

Syrien und die Türkei bestreiten eine geplante dauerhafte türkische Basis auf Abu al-Duhur. Die israelischen Angaben zu Radar, Luftabwehr und Personal sind bislang nicht unabhängig bestätigt. Washington arbeitet an einem Abstimmungsmechanismus, um eine direkte Eskalation zu verhindern.

Titelbild: US-Sondergesandter für Syrien und US-Botschafter in der Türkei Tom Barrack. Bild: U.S. State Department/Wikimedia Commons/Public Domain

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