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Heftige Kabinettsdebatte: Israelische Minister fordern Ende der Zurückhaltung gegenüber Hisbollah

JERUSALEM, 28.05.2026 (DR) – Israels Sicherheitskabinett kam am Dienstag zu einer aufgeheizten Sitzung zusammen. Hintergrund waren die anhaltenden Drohnen- und Raketenangriffe der Hisbollah auf Stützpunkte der israelischen Armee (IDF) im Südlibanon und auf Gemeinden im Norden Israels. Ein hochrangiger US-Vertreter berichtete der Times of Israel, dass die Hisbollah binnen acht Tagen mehr als 1.000 Drohnen und über 700 Raketen auf Israel abfeuerte. Auch zivile Ziele waren betroffen: In Metula traf eine Drohne ein Wohnhaus, in Shomera wurde eine Bushaltestelle beschädigt.

Minister fordern härtere Antwort

Mehrere Kabinettsmitglieder verlangten laut Israel National News eine Überprüfung der bisherigen Zurückhaltungspolitik. Minister Eli Cohen sagte: „Es ist merkwürdig, dass wir vorsichtig sein müssen, während sie uns während des Waffenstillstands beschießen. Sie sind diejenigen, die ihn verletzen — und wir sollen das einfach hinnehmen? Der Staat Israel hat das volle Recht zu handeln.“

Verteidigungsminister Israel Katz betonte, Gebietskontrolle sei ein wirksames Druckmittel. Minister Itamar Ben-Gvir forderte ein deutlich aggressiveres Vorgehen gegen die Hisbollah-Hochburg Dahiye südlich von Beirut. Minister Miri Regev fragte, was der libanesische Staat gegen die Hisbollah unternehme. Ben-Gvir antwortete: „Nichts. Sie haben zwei Hisbollah-Minister im Kabinett.“

Eli Cohen zog daraus die Konsequenz: „Es gibt keine andere Wahl, als sowohl die Hisbollah als auch die libanesische Regierung zu treffen. Der Libanon ist ein souveräner Staat und trägt Verantwortung für das, was von seinem Territorium ausgeht.“

IDF weitet Operation im Libanon aus

Parallel dazu kündigte Premierminister Benjamin Netanjahu an, Israel werde seine Operationen intensivieren. Laut Jerusalem Post drangen IDF-Truppen über die sogenannte Gelbe Linie hinaus vor — jene Grenzlinie, die Teil der Waffenruhe Mitte April war. Netanjahu deutete an, einige Bereiche könnten zur Erweiterung der Sicherheitszone gehalten werden.

IDF-Generalstabschef Eyal Zamir drängte zudem darauf, wieder Ziele in Beirut angreifen zu dürfen. Hintergrund sind steigende Verluste sowie zunehmende Drohnenangriffe auf Gemeinden im Norden Israels.

Blick auf ein Haus in Misgav Am im Norden Israels, das durch eine von der Hisbollah aus dem Libanon abgefeuerte Rakete beschädigt wurde, May 1, 2026. Foto: Michael Giladi/Flash90

Die Lage trifft nicht nur Soldaten. Das amerikanisch-jüdische Nachrichtenportal JNS berichtete aus dem Kibbuz Rosh Hanikra: Dort explodierte eine Drohne auf dem Parkplatz des touristischen Geländes und verletzte vier Zivilisten. Bewohner sagten, es gebe zwar offiziell eine Waffenruhe — aber keine wirkliche Sicherheit.

Weitere Soldatin getötet

Einen Tag nach der Kabinettssitzung traf ein Hisbollah-Drohnenangriff nahe der libanesischen Grenze erneut IDF-Kräfte. Die 20-jährige Rotem Yanai aus dem Rotem-Bataillon der Givati-Brigade kam ums Leben, als sie zu einem Schutzraum lief. Zwei Reservisten wurden verletzt. Laut Times of Israel ist Yanai das elfte Opfer unter den israelischen Soldaten seit Beginn der Waffenruhe an der Libanonfront. Der Druck auf die Regierung, die bisherige Linie gegenüber der Hisbollah zu überdenken, wächst.

Titelbild: Premierminister Benjamin Netanjahu leitet am 11. Dezember 2025 in Jerusalem eine Sitzung des Sicherheitskabinetts. Foto: Maayan Toaf/GPO.

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