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Ausgrabung in Tel Qana verbindet Archäologie und Gemeinschaft

JERUSALEM, 31.08.2026 (DR) – Archäologen haben in Tel Qana bei Hod Hasharon neue Spuren aus der Zeit der Philister freigelegt. Nach Einschätzung des Grabungsleiters Amit Dagan weisen sie auf eine mehr als 200 Jahre andauernde Präsenz hin.

Das israelische Projekt erforscht nicht nur die Vergangenheit. Es bindet auch Freiwillige und Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft in die archäologische Arbeit ein. Dagan wollte nach eigenen Worten „moderne archäologische und umweltbezogene Forschung mit Bildung und gesellschaftlichem Engagement verbinden“.

Funde aus mehreren Jahrtausenden

Die Bar-Ilan-Universität leitet die erste systematische Ausgrabung des Siedlungshügels gemeinsam mit der israelischen Altertumsbehörde. Eine Geländeuntersuchung im Jahr 2022 bereitete das Projekt vor. Derzeit läuft die dritte Grabungssaison. Die bisherigen Funde reichen von der frühen Bronzezeit bis zur Perserzeit.

Neben den Spuren philistischer Besiedlung kamen ägyptische und assyrische Gegenstände ans Licht. Am Freitag, dem 28. August, entdeckte das Team einen ägyptischen Skarabäus. Zudem fanden die Archäologen hellenistische Schleudersteine und skythische Pfeilspitzen aus der Perserzeit.

Auch der Erste Weltkrieg hat Spuren hinterlassen. Mithilfe historischer Karten und moderner Technik lokalisierte das Team osmanische Schützengräben. Geschosse, Patronenhülsen und britische Uniformknöpfe wurden ebenfalls ausgegraben. Ein Taschenmesser aus Edinburgh könnte einem Soldaten der schottischen 52. Lowland-Division gehört haben, die in der Region kämpfte.

Zwischen Studenten und Fachleuten arbeiten freiwillige Helfer, darunter auch Kinder. Trotz der Hitze werde bei der körperlich anstrengenden Arbeit viel gescherzt, berichtet die Jerusalem Post. Die spanische Ägyptologin Isabel Andrade beschreibt das Team als „eine Familie“.

Scherben zusammensetzen, Menschen stärken

Ein Bürgerwissenschaftsprogramm ermöglicht interessierten Freiwilligen, unmittelbar an der Forschung mitzuwirken. Dazu gehört ein Angebot für Erwachsene im Autismus-Spektrum. Mit angepasster Ausrüstung und fachlicher Begleitung helfen sie im Labor bei der Bearbeitung und Konservierung archäologischer Funde.

Hinzu kommt das „Labor zur Wiederherstellung von Fragmenten“. Es entstand gemeinsam mit der Sozialarbeitsforscherin Ayelet Oreg. Das Programm arbeitete bereits mit Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung, Holocaustüberlebenden in einem Projekt der Organisation AMCHA sowie Hebammen, die Familien bei Totgeburten begleiten.

Das Zusammensetzen der Hinterlassenschaften anderer Menschen könne Teilnehmer berühren und einen Heilungsprozess anstoßen, erklärte Dagan. Eine 2026 veröffentlichte Studie zum Restaurierungsansatz fand bei fünf Sozialarbeitern Hinweise auf Selbstreflexion und emotionale Verarbeitung. Wegen der kleinen Teilnehmerzahl sind diese Ergebnisse jedoch vorläufig.

Für Dagan gehören Forschung und Erinnerung zusammen: „Menschen sterben zweimal: wenn sie sterben und wenn sie vergessen werden.“

Titelbild: Die zwölfjährige Dafna Filshteiner zeigt den rund 3.500 Jahre alten ägyptischen Skarabäus, den sie bei einem Familienausflug nahe Tel Qana entdeckte. Foto: Emil Aladjem/Israelische Altertumsbehörde

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