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Luxemburg blockiert Israel-Bonds in der EU

von Alon David

JERUSALEM / LUXEMBURG, 04.09.2026 – Luxemburg genehmigt seit dem 1. September 2026 keine neuen Prospekte für den Verkauf von Israel Bonds mehr. Damit verliert Israel den erst vor einem Jahr gewählten EU-Finanzplatz für die Ausgabe der nicht börsenfähigen Staatsanleihen.

Die Entscheidung ist für Israel besonders problematisch, weil Luxemburg im August 2025 Irland als zuständige Genehmigungsstelle abgelöst hatte. In Irland war der politische Druck gegen Israel nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gaza-Krieg stark gestiegen.

Israel Bonds richten sich vor allem an jüdische Gemeinden und pro-israelische Organisationen weltweit. Über den EU-Kanal wurden zwar nur kleinere Teile des gesamten Anleihevolumens aufgenommen, dennoch konnte Israel damit 2025 mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar einwerben. Eine ähnliche Summe wurde bereits 2024 erreicht.

Israels Staatsgründer David Ben-Gurion begrüßt 1950 in Jerusalem eine frühe Delegation der Israel Bonds. Die Anleihen dienen seit Jahrzehnten der Finanzierung Israels. Foto: TBone1116/Wikimedia Commons.

Offiziell begründet Luxemburg den Schritt nicht politisch, sondern rechtlich-technisch. Die luxemburgische Finanzaufsicht ist der Ansicht, dass die jährliche Übertragung der Zuständigkeit von einem EU-Land auf ein anderes nicht mit den EU-Regeln vereinbar sei. Die europäische Finanzaufsicht ESMA widerspricht dieser Auslegung allerdings und erklärte, es gebe grundsätzlich kein Hindernis für eine erneute Übertragung.

Damit ist derzeit unklar, welches der 27 EU-Mitgliedsländer künftig die Genehmigung der Israel-Bonds übernehmen könnte. Eine Rückkehr nach Irland ist möglich, erscheint angesichts der dortigen politischen Haltung gegenüber Israel jedoch schwierig. Auch ein Rechtsstreit mit Luxemburg oder die Suche nach einem anderen EU-Staat sind denkbar.

Israelische Finanzbehörden betonen unterdessen, dass die Finanzierung des Staates nicht gefährdet sei. Seit Beginn des Krieges habe Israel über verschiedene nationale und internationale Märkte mehr als 700 Milliarden Schekel an Schulden aufgenommen.

Titelbild: EU-Flaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: Thijster Haar/Wikimedia Commons.

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