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IDF-Generalstabschef Eyal Zamir droht „Naza“-Machern mit rechtlichen Schritten

JERUSALEM, 15.09.2026 (DR) – Israels Generalstabschef Eyal Zamir hat am Montag rechtliche und interne Schritte im Zusammenhang mit dem Dokumentarfilm „Naza“ angeordnet. Er wirft dem Werk „Blutverleumdungen, bewusste Verzerrungen der Realität und schwere, falsche Vorwürfe“ gegen israelische Soldaten und Kommandeure vor.

Zamir beauftragte den Militärstaatsanwalt, mögliche rechtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Film und gegen Beteiligte zu prüfen. Zudem lässt die Armeeführung prüfen, ob mögliche Beteiligte geheime Informationen oder Materialien an die Filmemacher weitergegeben und damit gegen Vorschriften zur Informationssicherheit verstoßen haben.

Vorwurf: KI-gestützte Tötungen in Gaza

Der Filmtitel geht auf ein hebräisches Militärakronym für erwartete „Kollateralschäden“ zurück. Die Journalisten Yuval Abraham und Rachel Szor stützen ihren Film auf Gespräche mit 24 Personen, die als israelische Soldaten, Offiziere und Geheimdienstmitarbeiter vorgestellt werden. Gesichter und Stimmen wurden verfremdet.

Die Befragten behaupten, das KI-gestützte System „Lavender“ habe anhand von Daten aus Tausenden gehackten Mobiltelefonen mögliche Angriffsziele identifiziert. In einem Ausschnitt wird außerdem behauptet, die israelische Armee (IDF) habe einen Angriff geplant, bei dem bis zu 500 zivile Todesopfer einkalkuliert worden seien.

IDF bezweifelt Informationszugang

In ihrer Stellungnahme bezieht sich die IDF auf bisher veröffentlichte Ausschnitte und Berichte über den Film. Die Behauptung über 500 einkalkulierte Todesopfer sei „vollständig falsch“. Die Armee habe niemals einen Angriff mit einer annähernd so hohen Opferprognose geplant, genehmigt oder ausgeführt. Menschen wählten sämtliche Ziele aus und genehmigten Angriffe; künstliche Intelligenz treffe solche Entscheidungen nicht.

Wegen der Anonymisierung lasse sich zudem laut IDF nicht überprüfen, ob die Befragten überhaupt in der Armee dienten, welche Funktionen sie innehatten oder ob sie an den geschilderten Vorgängen beteiligt waren. Nach Darstellung der Armee werden einige Aussagen Soldaten niedriger Dienstgrade zugeschrieben. Die darin behandelten Fragen der nationalen und militärischen Strategie lägen jedoch außerhalb ihres möglichen Wissensbereichs. Als Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes vorgestellte Personen hätten zudem Vorgänge beschrieben, an denen sie aufgrund ihrer angegebenen Funktion nicht beteiligt gewesen sein könnten.

Die IDF betonte, sie handle nach internationalem Recht und unternehme erhebliche Anstrengungen, zivile Opfer zu vermeiden. Zugleich wirft sie der Hamas vor, Terroristen und militärische Infrastruktur in dicht besiedelten Gebieten und zivilen Einrichtungen unterzubringen.

Die Regisseure haben der IDF den vollständigen Film bislang nicht zur Verfügung gestellt. Armeesprecher Effie Defrin forderte sie deshalb auf, Militärvertretern eine vollständige Vorführung zu ermöglichen, damit die Armee sämtliche Vorwürfe „auf Basis von Fakten“ beantworten könne.

Politische Kritik am Film

„Naza“ gewann beim Filmfestival in Venedig den Sonderpreis der Jury. Abraham verteidigte den vom britischen Guardian produzierten Film als „gründlich recherchiert“. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete das Werk hingegen als Teil einer „weltweiten antisemitischen Hetze“.

Kulturminister Miki Zohar forderte das Innenministerium und die Bevölkerungs- und Einwanderungsbehörde schriftlich auf, den Entzug der israelischen Staatsbürgerschaft der Regisseure zu prüfen. Er wirft ihnen Verletzung der Loyalität gegenüber dem Staat und „Zusammenarbeit mit dem Feind“ vor.

„Wir werden nicht zulassen, dass IDF-Soldaten durch Lügen und Blutverleumdungen zu Zielscheiben gemacht werden“, erklärte Zamir.

Titelbild: IDF-Generalstabschef Eyal Zamir bei einer Zeremonie in Jerusalem, 2026. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

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