
Vor Beginn von Jom Kippur: Terrorist erschießt Vater von sechs Kindern
JERUSALEM, 20.09.2026 (TM) – Tödlicher Terroranschlag bei den Quellen von Halamish: Ein Palästinenser hat dort am Morgen auf Juden geschossen, die dort vor Beginn des höchsten Feiertages Jom Kippur badeten, wie es nach jüdischer Tradition üblich ist. Dabei wurde Netanel Shukrun tödlich getroffen, ein Vater von sechs Kindern. Spezialeinheiten der Armee nahmen den flüchtigen Täter einige Stunden später nach einer Großfahndung fest. Ihm droht die Todesstrafe.
Suche mit Flugzeugen und Drohnen
Der Anschlag ereignete sich wenige Stunden vor Beginn des Jom-Kippur-Feiertags. Nach offiziellen Angaben eröffnete der Schütze aus einem Fahrzeug heraus mit einem M16-Sturmgewehr das Feuer in Richtung der Quelle und traf dabei das Opfer. Netanel Shukrun befand sich ebenfalls in seinem Auto. Der Bewusstlose wurde reanimiert und mit einem Hubschrauber ins Belinson-Krankenhaus nach Petah Tikwa geflogen, doch die Ärzte konnten ihn nicht retten.

Das Opfer: Netanel Shukrun. Foto: privat
Nach ersten Ermittlungen der israelischen Streitkräfte floh der Terrorist zu Fuß, wobei er weiterhin bewaffnet war. Unmittelbar nach den Schüssen erwiderte ein in der Nähe befindlicher Fährtenleser der israelischen Armee das Feuer und verletzte den Attentäter. Er stieg wieder in sein Auto und fuhr zu einem Krankenhaus in der Nähe von Ramallah. Einige Stunden später teilte die Armee mit, dass Kommandos der Antiterroreinheit Duvdevan auf Grundlage von Informationen des Geheimdienstes Shin Bet den Terroristen im Krankenhaus festgenommen hätten. Soldaten hatten zuvor in der Region Straßensperren errichtet. Auch die Luftwaffe und Drohnen waren an der Suchaktion beteiligt. Das Fahrzeug des Terroristen, ein roter Geländewagen, der vor dem Krankenhaus geparkt war, wurde beschlagnahmt, so das Militär.

Ein Großaufgebot von Polizei und Sicherheitskräften fahndete nach dem Terroristen. Foto: Regionalrat Binyamin
Netanel Shukrun (36) lebte in der Siedlung Alei Zahav, wie der Regionalrat von Samaria mitteilte. Er war mit seinem ältesten Sohn zu der Quelle gefahren. Shukrun arbeitete als System- und Informationsanalyst bei einer Versicherungsgesellschaft, während seine Frau Meirav Dozentin an der Ariel-Universität ist. Das jüngste ihrer sechs Kinder ist vier Jahre alt.
Präsident Herzog: Terror wird uns nicht brechen
Der Anschlag wurde von israelischen Politikern des gesamten Parteienspektrums scharf verurteilt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versicherte: „Kein Terrorist kommt ungestraft davon, ebenso wenig wie diejenigen, die ihnen geholfen haben. Wir werden sie alle zur Rechenschaft ziehen – in Gaza, im Libanon sowie in Judäa und Samaria“, sagte er laut einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung. Staatspräsident Isaac Herzog unterstrich: „Der Terror wird uns nicht brechen und unseren Geist nicht erschüttern. Wir werden gemeinsam, geeint, entschlossen und voller Zuversicht gegen den Terror stehen.“
Avigdor Liberman, Vorsitzender der Oppositionspartei „Yisrael Beytenu“, schrieb auf X: „Die Armee muss in das Dorf vordringen, aus dem der Terrorist stammt, und es dem Erdboden gleichmachen.“
Der Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, bekräftigte, dass der Terrorist gemäß dem neuen Gesetz über die Todesstrafe für Terroristen „am Galgen enden“ müsse.
Die Terrororganisation Hamas begrüßte den Anschlag in einer offiziellen Erklärung als „legitime Reaktion“ auf das Vorgehen israelischer Siedler und bezeichnete den Täter als „einen der Helden unseres Volkes“.
Titelbild: Israelische Soldaten und Polizeibeamte errichten eine Straßensperre in der Nähe des Tatorts unweit der israelischen Siedlung Neve Tzuf. Foto: Hilel Ben Or/Flash90