
Drei Jahre Krieg kosten Israel rund 230 Milliarden Schekel
von Alon David
JERUSALEM, 21.09.2026 – Seit dem 7. Oktober 2023 sind die wirtschaftlichen Folgen des Krieges für Israel enorm. Nach Angaben des israelischen Finanzministeriums belaufen sich die bislang entstandenen beziehungsweise bereits zugesagten Kosten auf rund 230 Milliarden Schekel (etwa 66 Milliarden Euro). Das entspricht mehr als zehn Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Israels und nahezu zwei regulären Verteidigungshaushalten.
Den größten Anteil trägt das Verteidigungsbudget. Die Ausgaben des israelischen Verteidigungsapparats erreichten 2025 rund 166 Milliarden Schekel (etwa 47,7 Milliarden Euro). Zum Vergleich: 2022, vor Beginn des Krieges, waren es 75 Milliarden Schekel (etwa 21,5 Milliarden Euro). Allein rund 32 Milliarden Schekel (etwa 9,2 Milliarden Euro) entfielen auf die Kosten für Reservisten, weitere 11 Milliarden Schekel (etwa 3,2 Milliarden Euro) auf die Rehabilitationsabteilung des Verteidigungsministeriums.
Auch die direkten Schäden an zivilem Eigentum schlagen erheblich zu Buche. Aus dem Fonds für Entschädigungen der israelischen Grundsteuerbehörde wurden seit Kriegsbeginn mehr als 37 Milliarden Schekel (etwa 10,6 Milliarden Euro) ausgezahlt. Nach den beiden direkten Konfrontationen mit dem Iran werden die Schäden an Eigentum auf rund 5 Milliarden Schekel (etwa 1,4 Milliarden Euro) geschätzt, hinzu kommen etwa 8 Milliarden Schekel (etwa 2,3 Milliarden Euro) an indirekten Schäden.
Für den Wiederaufbau der Gemeinden rund um den Gazastreifen wurden rund 17 Milliarden Schekel (etwa 4,9 Milliarden Euro) ausgegeben oder bereits zugesagt.

Rund 79.000 Schekel pro Haushalt
Auf die rund 2,9 Millionen Haushalte Israels umgerechnet entspricht die bisherige Rechnung etwa 79.000 Schekel (rund 22.700 Euro) pro Haushalt. Pro Einwohner wären es rund 23.000 Schekel (etwa 6.600 Euro).
Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine tatsächliche Rechnung, die jede Familie direkt bezahlen muss. Die Zahl dient lediglich dazu, die Größenordnung der staatlichen Kriegskosten zu verdeutlichen. Finanziert werden die Ausgaben unter anderem aus dem Staatshaushalt und über zusätzliche Verschuldung.
Die wirtschaftliche Rechnung ist zudem noch nicht abgeschlossen. In der Summe sind langfristige Folgekosten wie mögliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, ausbleibende Investitionen oder künftige Ausgaben für Raketenabwehr, militärische Beschaffung und weitere Reserveeinsätze noch nicht vollständig enthalten.
Der nächste israelische Haushalt wird daher vor einer wichtigen Finanzierungsfrage stehen. Zu entscheiden ist unter anderem, wie die zusätzlichen Belastungen künftig getragen werden – durch höhere Einnahmen, Einsparungen bei staatlichen Leistungen oder eine weitere Finanzierung über Schulden.
Titelbild: 100-Schekel-Schein. Foto: Nati Shohat/Flash90