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TikTok-Radikalisierung nach dem 7. Oktober – Anklage gegen 19-Jährigen im Negev

JERUSALEM, 23.09.2026 (NH) – Die Bedrohung durch digitalen Terrorismus und Radikalisierung in sozialen Netzwerken hat Israel seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 vor eine ernste Sicherheitsherausforderung gestellt. Ein Fall aus dem Negev zeigt nach Angaben der Behörden, wie TikTok genutzt werden kann, um Hass zu verbreiten und junge Menschen zu Gewalttaten zu inspirieren. Die Staatsanwaltschaft des Südbezirks erhob vor dem Magistratsgericht in Be’er Scheva Anklage gegen den 19-jährigen Difallah Abu R. aus Segev Shalom. Ihm werden Dutzende Sicherheitsdelikte vorgeworfen, darunter Aufwiegelung zum Terrorismus, Identifikation mit der Terrororganisation Hamas und direkte Aufrufe zu Terrorakten. Über ein öffentliches TikTok-Profil mit 877 Followern und rund 5.500 „Likes“ soll er 45 hetzerische Beiträge veröffentlicht haben. Über die Vorwürfe hat ein Gericht noch nicht entschieden.

Digitaler Terrorismus auf TikTok

In Vernehmungen habe der Angeklagte seinen Wandel beschrieben, teilten die Ermittler mit. Nach seinen Angaben sei er der Hamas zunächst nicht zugeneigt gewesen. Die nach dem 7. Oktober auf TikTok massenhaft verbreiteten Videos hätten jedoch Sympathien für die Terrororganisation geweckt. Zu den geteilten Inhalten gehörten laut Anklage Aufnahmen der Hamas-Angriffe vom 7. Oktober sowie Beiträge zur Verherrlichung führender Terroristen. Genannt werden Yahya Sinwar, Ismail Haniyeh, Ahmed Yassin und Ibrahim al-Nabulsi. Auch Inhalte der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden soll der Beschuldigte verbreitet haben. Der Fall zeigt, wie TikTok Radikalisierung und Terrorpropaganda begünstigen kann. Extremistische Gruppen nutzen solche Inhalte gezielt, um nach schweren Gewalttaten Unterstützer und mögliche Nachahmer zu gewinnen.

Verherrlichung des 7. Oktober und Aufrufe zum Dschihad

Besonders schwer wiegt laut Anklage das Teilen eines Videos, das den Nukhba-Terroristen Moein M. verherrlichte. Dem Terroristen wird vorgeworfen, beim Hamas-Massaker am 7. Oktober innerhalb von zehn Minuten 20 Israelis ermordet zu haben. Zudem soll der Angeklagte eine Predigt verbreitet haben, die den Dschihad als religiöse Pflicht darstellte. Darin sei zur Gewalttat für die „Reinigung“ der Al-Aqsa-Moschee aufgerufen worden. Die Ermittler stuften den Beitrag als direkten Aufruf zu Terrorakten ein. Die Untersuchungen hätten zudem eine tägliche Beschäftigung mit terroristischen Inhalten auf seinem Mobiltelefon ergeben. Dazu zählten WhatsApp-Nachrichten und das Verfolgen von Hamas-Unterstützerseiten.

Konsequentes Vorgehen der israelischen Sicherheitsbehörden

Die israelische Polizei, Spezialeinheiten der Grenzpolizei und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet nahmen den Verdächtigen in Segev Shalom fest. Wegen der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit beantragte die Staatsanwaltschaft seine Inhaftierung bis zum Abschluss des Verfahrens. Die israelischen Sicherheitsbehörden erklärten, sie würden jede Unterstützung und Verherrlichung von Terrorismus konsequent verfolgen. Ziel sei es, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, Anschläge zu verhindern und die Bürger Israels zu schützen.

Titelbild: Der Beschuldigte soll Material zum 7. Oktober geteilt, Ismail Haniyeh verherrlicht (links im Bild) und ein Video gelobt haben, das die Ermordung von 20 Israelis dokumentierte. Foto: Sprecher der israelischen Polizei

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