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Katars zähe Vermittlung zwischen USA und Iran – Wer macht den ersten Schritt?

JERUSALEM, 01.10.2026 (DR) – Katar hat seine Vermittlung zwischen den USA und Iran fortgesetzt, doch eine Einigung bleibt bisher aus. Der Iranische Außenminister Abbas Araghtschi habe die US-Antwort auf einen iranischen Vorschlag am Dienstag in Doha von katarischen Vermittlern erhalten, berichtete Reuters unter Berufung auf einen informierten Vertreter. Die iranische Regierung bestätigte am Mittwoch den Eingang, nannte aber keine Inhalte.

Wer macht den ersten Schritt?

Iran hatte vergangene Woche einen Sieben-Tage-Plan vorgelegt: Die Straße von Hormus, ein wichtiger Transportweg für Öl und Gas, soll wieder öffnen, wenn die USA ihre Blockade iranischer Häfen beenden, eingefrorene Gelder freigeben und Ausnahmen von Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe gewähren. US-Präsident Donald Trump lehnte den Plan am Samstag öffentlich ab.

Nach Angaben eines über die Gespräche informierten Vertreters gegenüber Reuters liegt der Hauptstreitpunkt inzwischen in der Reihenfolge der Schritte, nicht in den Bestandteilen des Plans. Axios hatte noch am Dienstag berichtet, die Gespräche steckten fest.

Al Thani: Vertrauliche Diplomatie

Katars Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani nannte im Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan drei Grundlagen für eine Einigung, wie die Jerusalem Post berichtete: eine Lösung für das Atomprogramm, die Washington und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) zufriedenstelle, Iran aber zivile Kernenergienutzung ermögliche; die Rückkehr der Straße von Hormus zum Vorkriegsstatus, worüber Iran andere Vorstellungen habe; neue Sicherheitsvereinbarungen zwischen Iran und den Golfstaaten.

Öffentliche Äußerungen hätten die Verhandlungen wiederholt erschwert. „Diplomatie hinter verschlossenen Türen ist der wirksamste Weg“, betonte er.

Al Thani weist Vorwürfe gegen Katar zurück

Al Thani widersprach Netanjahus Vorwurf, Katar beeinflusse mit Milliarden für US-Universitäten die amerikanische Öffentlichkeit. Rund 95 Prozent der Ausgaben dienten deren Standorten in Katar, erklärte er.

Auf Nachfrage bejahte er, dass Netanjahu seiner Ansicht nach ein „Kriegsverbrecher“ sei, und verurteilte zugleich das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Die bereits zuvor erhobenen Vorwürfe zur Finanzierung des militärischen Hamas-Flügels durch katarische Gaza-Hilfen wies er erneut zurück. Die Hilfen seien mit Israel, den USA und der UNO abgestimmt gewesen.

Was Israel Katar vorwirft

Israels Kritik betrifft Katars Aufnahme führender Hamas-Vertreter und seine Geldzahlungen nach Gaza, auch für Gehälter von Angestellten der Hamas-Verwaltung. Al Thani erklärte, Katar habe das politische Hamas-Büro auf Wunsch der USA aufgenommen, um Gesprächskanäle offenzuhalten.

Ein weiterer Vorwurf ist „Katargate“: Israelische Ermittler prüfen, ob Mitarbeiter aus Netanjahus Umfeld Geld aus Katar erhielten, um Katars Image in Israel zu verbessern. Al Thani nannte den Verdacht „absurd“.

Titelbild: Katars Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani bei einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio in Washington. Katar unterhält Beziehungen zu den USA und zu Iran und vermittelt seit Jahren zwischen beiden Ländern. Archivbild. Foto: Freddie Everett/US-Außenministerium via Flickr.

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