
Studie: Kuwait, Libanon und Syrien könnten Abraham-Abkommen beitreten
JERUSALEM, 12.10.2026 (DR) – Eine neue amerikanische Studie hat Kuwait, den Libanon und Syrien als aussichtsreichste Kandidaten für einen Beitritt zu den Abraham-Abkommen und damit für eine Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel eingestuft. Das lange als Favorit gehandelte Saudi-Arabien landet dagegen nur auf Platz vier. Der Council for a Secure America (CSA) veröffentlichte seine Analyse am Donnerstag.
Die Organisation untersuchte neun mehrheitlich muslimische Länder ohne diplomatische Beziehungen zu Israel. Dabei berücksichtigte sie unter anderem die politische Lage, Sicherheitsinteressen, öffentliche Meinung, Äußerungen von Politikern und wirtschaftliche Beziehungen.
Die 2020 unter US-Präsident Donald Trump vermittelten Abraham-Abkommen ermöglichten die Normalisierung der Beziehungen Israels zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Marokko. Auch Sudan schloss sich dem Prozess an.
Kuwait führt trotz Ablehnung Israels
Ausgerechnet Kuwait führt die Rangliste an, obwohl das Emirat Beziehungen zu Israel entschieden ablehnt und den Handel mit dem jüdischen Staat gesetzlich verbietet.

Die Studienautoren verweisen auf Kuwaits enge Sicherheitsbeziehungen zu den USA und seine Annäherung an die Vereinigten Arabischen Emirate – beides Partner Israels. Während des Irankrieges 2026 wurde Kuwait zudem von Iran angegriffen. Eine mögliche Normalisierung könnte Emir Scheich Mischal al-Ahmad al-Sabah seit der Auflösung des Parlaments 2024 leichter durchsetzen. Ob er sie überhaupt anstrebt, ist unklar.
Auf Platz zwei steht der Libanon. Im Juni unterzeichneten Israel und der Libanon ein amerikanisch vermitteltes Rahmenabkommen, in dem beide Staaten die gegenseitige Souveränität anerkannten. Ein Friedensvertrag steht noch aus. In einer CSA-Umfrage befürworteten nur 32 Prozent der Befragten eine Normalisierung. Auch die vom Iran unterstützte Hisbollah bleibt ein Hindernis.
Syrien folgt auf Platz drei. Nach dem Sturz des Assad-Regimes haben sich die Gespräche mit Israel intensiviert. Allerdings bleiben die Beziehungen angespannt: Im August bombardierte Israel einen syrischen Militärflugplatz, um nach eigenen Angaben eine Stationierung türkischer Truppen zu verhindern. Dennoch werden die Gespräche über ein mögliches Sicherheitsabkommen fortgesetzt. Der Streit um die Golanhöhen bleibt ungelöst.
Saudi-Arabien zurückhaltender gegenüber Israel
Saudi-Arabien galt lange als besonders aussichtsreicher Kandidat. Riad knüpft eine Normalisierung jedoch weiterhin an Fortschritte auf dem Weg zu einem palästinensischen Staat. Der Gazakrieg und die regionalen Spannungen nach dem Irankrieg 2026 haben die Annäherung zusätzlich erschwert.
Auf den weiteren Plätzen folgen Oman, Katar, Irak, Jemen und Iran. Während Oman und Katar Beziehungen zu Iran pflegen, erschweren im Irak und Jemen innenpolitische Konflikte eine Annäherung an Israel. Für Iran selbst hält der CSA eine Normalisierung unter dem gegenwärtigen Regime für ausgeschlossen.
Im Endeffekt kann so eine Analyse keine politischen Entscheidungen vorhersagen. Gerade Kuwait verdeutlicht diese Unsicherheit: Trotz der als günstig bewerteten Voraussetzungen erkennt das Land Israel weiterhin nicht an. Ob sich daran etwas ändert, bleibt offen.
Titelbild: Unterzeichnung der Abraham-Abkommen im Weißen Haus am 15. September 2020 mit Vertretern Israels, der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains sowie US-Präsident Donald Trump. Foto: Tia Dufour/Weißes Haus über Flickr