
Ein Toter und 24 Verletzte durch nicht detonierte Hisbollah-Munition bei Schulwanderung nahe der libanesischen Grenze
JERUSALEM 13.10.2026 (LS) – Ein 14-jähriger Schüler hat am Montagnachmittag beim Wandertag seiner Schulklasse eine nicht detonierte Hisbollah-Submunition aufgehoben. Wenige Minuten später explodierte der BRB1-Submunitionssprengkörper. Elasar Yair Wilensky aus der ORT-Ma’alot-Schule überlebte die Explosion nicht. 24 weitere Schüler und Lehrer wurden verletzt, zwei davon schwer.
„Er hat es aufgeschraubt – und dann explodierte es”
Der Wandertag fand auf dem Naftali-Bergrücken im Gebiet des Ramim-Kamms in der Nähe der Libanongrenze statt. Das Gebiet war scheinbar von der KKL-JNF wegen Kriegsschäden offiziell gesperrt. Deutlich sichtbare Warnschilder standen am Eingang: „LEBENSGEFAHR! KEIN ZUTRITT!” Die Wanderung war dennoch von den Behörden genehmigt worden.
Laut einem verletzten Schüler, der gegenüber Arutz Sheva berichtete, hatte einer seiner Mitschüler die Submunition gefunden und sie genauer untersucht, woraufhin sie in seiner Hand explodierte. „Er hat sie aufgeschraubt – und dann explodierte sie”, schilderte der Zeuge. In vorherigen Berichten hieß es zunächst, der Schüler hätte die Munition in seinen Rucksack gesteckt. Sanitäter des Rettungsdienstes Magen David Adom fanden Verletzte entlang des Weges verstreut. Einige Mitschüler legten bereits Tourniquets an, bevor das Rettungsteam eintraf.

Elasar Yair erlag seinen Verletzungen noch am Unfallort, trotz intensiver Reanimationsversuche. Zwei weitere 14-Jährige wurden schwer verletzt und mit Splitterwunden im ganzen Körper in Krankenhäuser in Safed und Nahariya eingeliefert.

14 Schüler wurden ins Ziv Medical Center in Safed gebracht, weitere ins Galilee Medical Center in Nahariya und ins Rambam-Krankenhaus in Haifa. Insgesamt drei Gruppen der ORT-Ma’alot-Schule waren in dem Gebiet unterwegs – die anderen wurden von Sicherheitskräften evakuiert.

Streumunition – ein unterschätztes Erbe des Krieges
Bei dem Sprengkörper handelte es sich um einen BRB1-Typ-Submunitionssprengkörper aus einem Hisbollah-Grad-Rakete. Während des Krieges hatte die Hisbollah solche Raketen mit Dutzenden dieser Submunitionskörper auf Nordisrael abgefeuert, die sich über große Flächen verteilen und häufig beim Aufprall nicht detonieren. Sie liegen dann unerkannt im Gras, zwischen Bäumen, am Wegesrand. Die Munitionen sind oft sehr klein und die metallischen Gegenstände werden daher nicht als Gefahr wahrgenommen.

Premierminister Benjamin Netanjahu sagte alle weiteren Termine für den Tag ab und besuchte gemeinsam mit Bildungsminister Yoav Kisch die verletzten Schüler im Krankenhaus. Das Bildungsministerium kündigte an, alle Wanderungen entlang der Nordgrenze bis auf Weiteres zu verbieten. Die israelische Armee (IDF) leitete eine Untersuchung ein und schickte Kampfmittelräumer in das Gebiet.

Die Frage, warum eine von KKL-JNF offiziell gesperrte und mit Warnschildern versehene Route überhaupt genehmigt wurde, blieb Montagnacht unbeantwortet. Sie wird Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchung sein – ebenso wie die Frage, wie viele weitere nicht detonierte Sprengkörper im Norden Israels noch immer unentdeckt in der Landschaft liegen.
Titelbild: Israelische Sicherheits- und Rettungskräfte evakuieren Verletzte in der Nähe der Stelle, an der während eines Schulausflugs in der Nähe des Kibbuz Yiftah im Gebiet des Ramim-Kamms ein Blindgänger explodierte. Foto: Ayal Margolin/Flash90