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Netanjahu widerspricht Obamas Darstellung der jüdischen Besiedlung Israels: „Unsere Heimat ist kein gestohlenes Land“

JERUSALEM, 18.10.2026 (DR) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Vorwürfe des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama zurückgewiesen, wonach jüdische Einwanderer den Palästinensern ihr Land weggenommen hätten. In einer Videobotschaft vom Freitag betonte Netanjahu die jahrtausendealte Verbindung des jüdischen Volkes zum Land Israel.

Obama kritisiert Israels Umgang mit den Palästinensern

Obama hatte sich am Dienstag bei einer Veranstaltung in Belfast zum israelisch-palästinensischen Konflikt geäußert. Im Gespräch mit der irischen Journalistin Susan McKay erinnerte er zunächst an die jahrhundertelange Verfolgung der Juden, insbesondere in Europa. Sie hätten verständlicherweise Zuflucht gesucht.

Gleichzeitig hätten sie jedoch anderen Menschen Land weggenommen und seien dabei zu weit gegangen. Die Palästinenser hätten dies als Unrecht empfunden und ihr Land zurückgefordert.

Dabei betonte Obama, dass weder Israelis noch Palästinenser aus der Region verschwinden werden. Er forderte die Israelis auf, über die Zukunft ihrer Kinder und Enkel nachzudenken: „Wollt ihr euch hinter Mauern verschanzen und alle um euch herum auslöschen? Oder wollt ihr einen gerechten Weg finden, euch zu verteidigen und dabei ethisch und moralisch zu handeln?“ Obama warf der gegenwärtigen israelischen Regierung vor, eine solche Haltung einzunehmen und dadurch an moralischer Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Forderung nach einem Umdenken auf beiden Seiten

Zugleich forderte Obama die Palästinenser auf, ihre Strategie zu überdenken. Sie könnten Israel militärisch nicht besiegen und müssten deshalb auf gewaltfreie Mittel setzen. Auch der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 sei denkbar ungeeignet gewesen, bedeutende politische Veränderungen zugunsten der Palästinenser herbeizuführen.

Seine Darstellung löste Kritik bei konservativen und israelfreundlichen Kommentatoren aus. Sie warfen Obama vor, die jahrtausendealte Verbindung des jüdischen Volkes zum Land Israel und die legalen Landkäufe jüdischer Einwanderer vor der Staatsgründung auszublenden.

Netanjahu: Juden sind keine fremden Besatzer

In seiner am Freitag veröffentlichten Videobotschaft bezeichnete Netanjahu Obamas Äußerungen als bedauerlich. „Das jüdische Volk ist kein fremder Besatzer im Land unserer Vorfahren“, erklärte er. „Wir sind nicht die Niederländer in Indonesien, nicht die Belgier im Kongo. Wir sind Juden in Judäa.“ Die jüdische Geschichte sei kein koloniales Unternehmen. „Unser Land ist kein gestohlenes Land. Das ist unsere Heimat.“

Auch beim Thema Frieden widersprach Netanjahu Obama. Das eigentliche Hindernis sei die Weigerung seiner Gegner, das Existenzrecht eines jüdischen Staates innerhalb jeglicher Grenzen anzuerkennen. „Israel wird sein Überleben nicht aufs Spiel setzen“, betonte Netanjahu. Ein Frieden, der auf Illusionen beruhe, könne der Realität des Nahen Ostens nicht standhalten.

Titelbild: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (links) und der ehemalige US-Präsident Barack Obama (rechts) vertreten unterschiedliche Auffassungen über die Geschichte Israels und die Hindernisse für einen Frieden mit den Palästinensern (Ausschnitte, Archivbilder). Fotomontage: Yonatan Sindel/Flash90 und Pete Souza/Weißes Haus

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