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Israel vor der Wahl: Mehrheit der Israelis wünscht Einheitsregierung

JERUSALEM, 25.10.2026 (DR) – Kurz vor der israelischen Parlamentswahl haben verschiedene Umfragen teils stark voneinander abweichende Ergebnisse geliefert: Während einige Institute die Opposition deutlich vorn sehen, rechnen andere sogar mit einer knappen absoluten Mehrheit für den Regierungsblock von Premierminister Benjamin Netanjahu. Einer Befragung zufolge bevorzugen 60 Prozent der Befragten bei einem unklaren Wahlausgang eine Einheitsregierung gegenüber Neuwahlen.

Unterschiedliche Prognosen vor der Wahl

Die jüngste Umfrage der Zeitung Maariv, durchgeführt vom Institut Lazar Research, gibt dem Oppositionslager ohne die arabischen Parteien 54 Sitze und Netanjahus Regierungsblock 48. Für eine absolute Mehrheit sind 61 der 120 Knesset-Mandate erforderlich. Die Ergebnisse anderer Umfragen reichen für Netanjahus Block von rund 50 bis über 60 Sitzen.

In der Maariv-Erhebung führt Gadi Eisenkots Partei Yashar mit 21 Sitzen vor Netanjahus Likud mit 19. Naftali Bennetts Bündnis Beyachad folgt mit 15 Mandaten.

Eine entscheidende Rolle spielt die Sperrklausel von 3,25 Prozent. Kleinere Parteien könnten daran scheitern oder bei einem knappen Überschreiten mindestens 4 Mandate erhalten. Damit könnte sich auch das Kräfteverhältnis zwischen den politischen Lagern verändern.

Mehrheit gegen erneute Wahlen

Sollte die Wahl am Dienstag keinen eindeutigen Sieger hervorbringen, bevorzugen laut Maariv 60 Prozent der Befragten eine Einheitsregierung. Dabei würden auch Parteien unterschiedlicher politischer Lager gemeinsam regieren.

Von allen Befragten wünschen sich 33 Prozent einen Regierungschef aus dem Oppositionslager, 19 Prozent Netanjahu. Weitere acht Prozent legen sich nicht auf einen Regierungschef fest. Nur 23 Prozent bevorzugen erneute Wahlen.

Schwierige Koalitionsverhandlungen erwartet

Auch ohne die erforderlichen 61 Mandate für eine absolute Mehrheit könnte die Opposition eine Regierung bilden. Stimmen beispielsweise 54 Abgeordnete dafür und 48 dagegen, während sich die übrigen 18 enthalten, wäre die Regierung bestätigt.

Unterdessen setzt Netanjahu im Wahlkampfendspurt auf verstärkte Medienauftritte und die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump, der sich für seine Wiederwahl ausgesprochen hat. Der Meinungsforscher Schmuel Rosner bezweifelt allerdings, dass sich dadurch noch viele Wähler umstimmen lassen. Im Podcast der Jerusalem Post erklärte er, die politischen Lager hätten sich weitgehend gefestigt.

Rosner vermutet deshalb, dass Netanjahus Wahlkampf weniger auf eine eigene Mehrheit abzielt, sondern vielmehr darauf, eine Regierungsbildung der Opposition zu verhindern. Scheitert diese, könnten in etwa einem halben Jahr erneut Wahlen stattfinden.

Staatspräsident Jitzchak Herzog könnte in diesem Fall versuchen, die Parteien zu einer Einheitsregierung zu bewegen. Erzwingen kann er eine solche Koalition jedoch nicht.

Titelbild: Der Plenarsaal der Knesset in Jerusalem (Archivbild). Wenige Tage vor der Parlamentswahl liefern Umfragen unterschiedliche Ergebnisse. Foto: U.S. Embassy Jerusalem / CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.

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