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Israelischer Reservesoldat wegen mutmaßlichen Captagon-Schmuggels nach Gaza festgenommen

JERUSALEM, 29.10.2026 (NH) – Israelische Sicherheitskräfte haben einen Reservesoldaten festgenommen, der verdächtigt wird, rund zehn Kilogramm Captagon in den Gazastreifen schmuggeln zu wollen. An der gemeinsamen Operation waren die Polizei, der Inlandsgeheimdienst Shin Bet und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) beteiligt. Das teilten die Behörden am Mittwoch mit. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Mann in seinen Dreißigern aus der Beduinenortschaft Tel Sheva im Süden Israels. Geheimdienstinformationen führten die Sicherheitskräfte zu seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Schmuggelversuch. Auch die Sondereinheit Yamar Negev der Polizei soll an der Operation beteiligt gewesen sein.

Gericht verlängert Untersuchungshaft

Der Mann wurde im Gazastreifen in einem militärischen Patrouillenfahrzeug festgenommen. Bei einer Durchsuchung entdeckten die Einsatzkräfte eine Tasche mit rund zehn Kilogramm einer Substanz, bei der es sich vermutlich um Captagon handelt. Nach bisherigen Erkenntnissen sollte die Droge in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Der Verdächtige wurde dem Magistratsgericht in Be’er Sheva vorgeführt. Auf Antrag der Polizei verlängerte das Gericht seine Untersuchungshaft bis Donnerstag, den 29. Oktober. Die Polizei führt die Ermittlungen fort und untersucht, wie der Mann an die mutmaßlichen Drogen gelangte und ob weitere Personen an dem Schmuggelversuch beteiligt waren. Der Fall ist auch deshalb brisant, weil der Verdächtige als Reservesoldat im Einsatz war und ein militärisches Patrouillenfahrzeug nutzte.

Captagon: Synthetische Droge im Nahen Osten

Captagon ist heute eine gängige Bezeichnung für illegal hergestellte Tabletten mit stimulierenden Wirkstoffen. Ursprünglich war es der Markenname eines Arzneimittels mit dem Wirkstoff Fenethyllin. Die heute auf dem Schwarzmarkt gehandelten Tabletten enthalten dagegen häufig vor allem Amphetamin und weitere Substanzen. Die Droge wirkt anregend, unterdrückt Müdigkeit und kann das Gefühl von Wachheit und Leistungsfähigkeit verstärken. Zugleich birgt sie erhebliche gesundheitliche Risiken, darunter Abhängigkeit sowie psychische und körperliche Nebenwirkungen. Der illegale Captagon-Handel hat in den vergangenen Jahren vor allem im Nahen Osten für Aufmerksamkeit gesorgt. Herstellung und Vertrieb wurden insbesondere mit kriminellen Netzwerken in Syrien und der Region in Verbindung gebracht. Auch Berichte über extremistische Organisationen thematisierten den Handel mit oder den Konsum von Amphetaminen.

Israel geht gegen Schmuggelnetzwerke vor

Israelische Sicherheitskräfte gehen regelmäßig gegen den Schmuggel von Drogen, Waffen und anderen verbotenen Gütern vor. Dabei arbeiten Polizei, Shin Bet und IDF zusammen, um verdächtige Aktivitäten entlang der Grenzen und in sicherheitsrelevanten Gebieten aufzudecken. Der aktuelle Fall wirft Fragen nach möglichen Sicherheitslücken und dem Missbrauch militärischer Fahrzeuge auf. Ob der Verdächtige allein handelte oder Verbindungen zu einem größeren Schmuggelnetzwerk hatte, müssen die laufenden Ermittlungen klären.

Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt für den Festgenommenen die Unschuldsvermutung.

Titelbild: Humanitäre Hilfslastwagen fahren am 27. Juli 2025 über den israelischen Grenzübergang Zikim in den Gazastreifen ein. Foto: Yossi Zeliger/TPS-IL

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