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Sieben Schulmädchen getötet: Jordanien entlässt Mörder nach 20 Jahren

AMMAN, 14.03.2017 (FJ) – Nach 20 Jahren Haft hat Jordanien einen Mörder freigelassen, der sieben israelische Schulmädchen erschossen hatte. Reue für seine Taten zeigte der frühere Soldat Ahmed D. nicht.

D. war 1997 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden, nachdem er sieben Kinder im israelisch-jordanischen Grenzgebiet erschossen hatte. Damals hatte er das Feuer auf eine große Gruppe Siebt- und Achtklässler eröffnet, die an einem Schulausflug zu einem Urlaubsgebiet in der Grenzregion teilnahmen. Als Grund gab er später an, die Mädchen hätten ihn während seines Gebets ausgelacht.

Ein Militärgericht befand den damals 26-jährigen D. für psychisch instabil und verurteilte ihn statt zum Tod zu lebenslanger Haft. Diese ist in Jordanien auf 25 Jahre begrenzt und kann nach 20 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Soldat wird in Jordanien als Held gefeiert

Die islamistische Opposition in Jordanien feierte den ehemaligen Soldaten als Held und forderte mehrere Male seine Freilassung. Nach seiner Entlassung wurde D. bei der Rückkehr in sein Heimatdorf feierlich von Unterstützern und seiner Familie begrüßt. Reue zeigte er überhaupt nicht. Beim Empfang zu seinen Ehren rief er dazu auf, Israelis zu „eliminieren“ und nannte sie „menschlichen Müll“. „Palästina ist ein Land vom Fluss bis zum Meer; es gibt keinen Staat, der sich Israel nennt“, rief er unter dem Applaus seiner Familienmitglieder und Freunde. Das berichtet die arabische Nachrichtenagentur al-Jazeera.

Die Familien der ermordeten Schülerinnen zeigten sich entsetzt über die niedrige Strafe. „Wenn er damals 20 Jahre Haft für jedes ermordete Mädchen bekommen hätte, würde es bis zum Ende seines Lebens im Gefängnis verrotten“, so Chesi Cohen, der Vater von einer der Ermordeten.

 

Ein Video zeigt die Feier zur Entlassung des Soldaten:

Foto: Wikimedia.org/Joeycfc (Tafel an der Grenze zu Jordanien zum Gedenken an die sieben Opfer)

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