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Iranische Journalistin flüchtet nach Israel

JERUSALEM, 11.08.2017 (DL) – Die aus dem Iran stammende Journalistin Neda Amin (33, Foto), die nach Drohungen  2014 in die Türkei geflüchtet war, ist mit fast einwöchiger Verspätung in Israel gelandet. „Danke, Ihr habt mich gerettet“, erklärte sie bei ihrer Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Ihr Fall hatte international für Aufsehen gesorgt.

Iran übte Druck aus

Eigentlich sollte Amin schon am vergangenen Sonntag nach Israel fliegen, nachdem der israelische Innenminister ihr eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt hatte. Der israelische Journalistenverein hatte den Innenminister um Asyl für die verfolgte Journalistin gebeten. Doch Amin war nicht am Flugplatz von Istanbul erschienen. Alle verantwortlichen Stellen schwiegen sich aus. Die stellvertretende israelische Außenministerin Zipi Hotovelly gab an, dass Amin aus „persönlichen Gründen“ in Istanbul geblieben sei. Andere Quellen berichteten, türkische Sicherheitskräfte hätten Amin zunächst daran gehindert, ins Flugzeug zu steigen.

Der Iran übte Druck auf die Türkei aus, sie nach Teheran abzuschieben. Dort hätte sie „Gefängnis, Vergewaltigung und am Ende der Tod“ erwartet, hatte die Journalistin verlauten lassen. Einer der Gründe für die iranische Verfolgungsjagd auf Amin war ihre Tätigkeit für den persischen Dienst der israelischen Online-Zeitung „Times of Israel“.

Israel ist mein Heim“

Nach ihrer Landung in Israel erklärte Amin bei einer Pressekonferenz, dass sie sich jetzt sicher vor jeglichen Attacken fühle. „Israel ist mein Heim“, unterstrich sie in gebrochenem Englisch. Weiter berichtete sie, dass ihre Großmutter väterlicherseits eine Jüdin gewesen sei. Ihre Familie habe immer schon positive Gefühle gegenüber Israel gehabt.

Israels Innenminister Aryeh Deri, der der bedrohten Journalistin das Visum ausgestellt hatte, schrieb ihr auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Willkommen in Israel.“ Der Herausgeber der „Times of Israel“, David Horovitz, unterstrich: „Ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, dass instinktiv hilft, wenn das Leben eines Menschen in Gefahr ist.“

Für den Iran ist Israel der Staatsfeind Nummer eins. Jeder Kontakt mit Israelis ist verboten. In dieser Woche hatte das Mullah-Regime in Teheran zwei Fußball-Nationalspieler suspendiert. Ihr Vergehen: Sie hatten mit ihrem Verein Panionios Athen gegen den israelischen Club Maccabi Tel Aviv gespielt.

Bild: Yonatan Sindel / Flash 90

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