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Zahl der jüdischen Siedler auf 421.000 gestiegen

JERUSALEM, 10.02.2017 (TM) – Im biblischen Kernland Judäa und Samaria, dem sogenannten Westjordanland, leben aktuell 421.000 jüdische Siedler. Ihre Zahl sei seit 2015 um 3,9 Prozent gestiegen. Das hat jetzt der Dachverband der Siedler, der Yesha-Rat, bekannt gegeben. In dieser Zahl nicht enthalten sind die jüdischen Bewohner von Ost-Jerusalem. Es handelt sich um rund 200.000 Menschen.

Trump: Werde Israel nicht verurteilen

Der amerikanische Präsident Donald Trump erklärte, der fortgesetzte jüdische Siedlungsbau sei für den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern nicht hilfreich. Er habe aber nicht vor, Israel deshalb zu verurteilen, unterstrich Trump in einem Interview mit der Zeitung „Israel Hayom“. Trump wird in der kommenden Woche Israels Regierungschef Netanjahu treffen.

Israel betrachtet Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Seit dem Sechstagekrieg von 1967 gelten in der ganzen Stadt israelische Gesetze. Die Palästinenser sehen Jerusalem hingegen als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Sie fordern, Juden dürften in Ost-Jerusalem, in Judäa und Samaria kein Land erwerben und keine Häuser bauen. Im künftigen Palästinenserstaat soll es kein Aufenthaltsrecht für Juden geben – eine Forderung, die von der israelischen Regierung als „rassistisch“ gebrandmarkt wird.

Hamas: Ganz Israel ist Palästina

Radikale islamische Gruppen wie die Hamas, die im Gazastreifen regiert, betrachten das gesamte Staatsgebiet Israels als „Palästina“ und wollen die dort lebenden Juden vertreiben oder vernichten. Umfragen zufolge bekäme die Hamas die Mehrheit, wenn es in den Palästinensergebieten freie Wahlen gäbe.

Laut Yesha-Rat hat sich das Bevölkerungswachstum bei den Siedlern seit 2012 abgeschwächt. Ursache sei ein Baustopp für neue Wohnungen in Judäa und Samaria gewesen, den Regierungschef Netanjahu 2012 auf Druck der Obama-Regierung verhängt habe.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump hat Israel den Bau von 5500 Wohneinheiten in Judäa und Samaria genehmigt, sowie den Bau von rund 500 Häusern im Ostteil Jerusalems. Die internationale Gemeinschaft betrachtet alle jüdischen Siedlungen in den „besetzten Gebieten“ als unrechtmäßig. Die Regierung in Jerusalem unterscheidet hingegen zwischen genehmigten Siedlungen und illegalen Außenposten wie Amona. Dieser Außenposten wurde vergangene Woche von israelischen Sicherheitskräften zwangsgeräumt und abgerissen, weil er angeblich auf palästinensischem Privatland gebaut worden war.

Bild: Die jüdische Siedlung Pnei Hever in den Bergen von Hebron. Foto: Fokus Jerusalem

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