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Abbas: Jerusalem-Stress hat mich krank gemacht

RAMALLAH, 28.05.2018 (TM) – Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (82) ist heute aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er war dort neun Tage lang wegen einer Lungenentzündung behandelt worden. Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde verließ das Hospital in Begleitung seiner Söhne Yasser und Tarek. In einer kurzen öffentlichen Stellungnahme erklärte Abbas, der Stress – ausgelöst durch die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA – habe ihn krank gemacht. Er dankte seinen Unterstützern in aller Welt, die während seiner Krankheit an ihn gedacht hatten. „Ich bin ganz gesund und werde mich morgen wieder an die Arbeit machen“, unterstrich der Palästinenserpräsident.

Zeitung mit antisemitischer Karikatur

Während seines Krankenhausaufenthaltes hatte sich Abbas fotografieren lassen, als er eine Zeitung las, auf der groß eine antisemitische Karikatur zu sehen war. Sie zeigte einen israelischen Soldaten, der einem palästinensischen Baby das Milchfläschchen wegnahm und diesem stattdessen Gift einflößte. Die Karikatur nahm Bezug auf das acht Monate alte Palästinensermädchen Layla. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, das von der radikalislamischen Hamas kontrolliert wird, hatte behauptet, das Mädchen sei durch Tränengas der israelischen Streitkräfte ums Leben gekommen. Die Geschichte wurde weltweit von den Medien aufgegriffen. Mittlerweile wurde bekannt, dass das Kind seit seiner Geburt an einem Herzfehler litt.

Mahmud Abbas hatte während seines Aufenthalts im arabischen Istishari-Hospital Pressevertreter empfangen, um Gerüchte über seinen schlechten Gesundheitszustand zu zerstreuen. Der Kettenraucher hat bislang keinen Nachfolger benannt. Seit Jahren ist seine angeschlagene Gesundheit ein Thema. So musste er wegen Herzproblemen behandelt werden, vor Jahren hatte er mit Prostatakrebs zu kämpfen. Im Februar war er zu medizinischen Untersuchungen in die USA geflogen.

Vorwürfe: Antisemit und Terror-Förderer

Abu Mazen, wie ihn die Palästinenser nennen, regiert seit Januar 2005 im sogenannten Westjordanland, dem biblischen Jüdäa und Samaria. Seine Amtszeit lief 2009 aus, seither regiert der Fatah-Politiker ohne demokratische Legitimation. Am 1. Mai hielt er vor dem Palästinensischen Nationalrat eine antisemitische Rede, in der er den Juden die Schuld am Holocaust gab. Dafür musste er sich nach internationalen Protesten entschuldigen. Israel wirft dem Palästinenserpräsidenten vor, Friedensverhandlungen auszuweichen, weil er keine Kompromisse eingehen wolle. Stattdessen strebe Abbas die Anerkennung des Staates „Palästina“ durch internationale Organisationen an. Gleichzeitig verherrliche er den Terrorismus, indem er Straßen, Plätze und Schulen nach „Märtyrern“ benennen lasse – meist palästinensische Terroristen, die jüdische Zivilisten umgebracht haben.

Bild: Mahmud Abbas heute bei seiner Entlassung aus dem Krankenhaus. Foto: Flash90

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