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Von der Hamas in den Tod am Grenzzaun gelockt

JERUSALEM / GAZA, 09.06.2018 (TM) – Bei gewalttätigen Demonstrationen im Gazastreifen sind am Freitag vier Palästinenser getötet worden, darunter ein 15 Jahre alter Junge. Rund 10.000 Palästinenser hatten sich an den Protestaktionen beteiligt, die seit mittlerweile elf Wochen jeden Freitag am Grenzzaun zu Israel stattfinden. Die israelische Armee berichtete, dass Soldaten mit Granaten, selbstgebastelten Sprengsätzen und Steinen beworfen wurden. Von der Terrorgruppe Hamas aufgestachelte junge Leute hätten Reifen angezündet und Dutzende Lenkdrachen und Helium-Ballone nach Israel fliegen lassen, an denen Brandsätze angebracht waren. Dadurch gingen auf israelischem Territorium mehrere Felder in Flammen auf.

Feuerdrache

Palästinenser starten einen sogenannten “Feuerdrachen”.     Foto: IDF

Schüsse auf Soldaten

Im nördlichen Gazastreifen hätten bewaffnete Extremisten auf israelische Soldaten geschossen, gab das Militär bekannt. Glücklicherweise hätten sie ihr Ziel verfehlt. Neu sei, dass Lenkdrachen und Ballone nicht nur mit Brandsätzen ausgerüstet würden, sondern auch mit Sprengkörpern.

Die Armee hatte die Palästinenser mit Flugblättern und Lautsprecherdurchsagen gewarnt, sich dem Grenzzaun zu nähern. Am Freitagabend meldete das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in Gaza, dass 525 Palästinenser bei den jüngsten Auseinandersetzungen verletzt worden seien. Die meisten hätten Tränengas eingeatmet, etwa 100 hätten Schussverletzungen erlitten. Unter den Verletzten ist auch ein Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP, der nach eigenen Angaben als Pressevertreter zu erkennen war und 200 Meter von der Grenze entfernt eine Kugel ins Bein bekam.

Menschliche Schutzschilde“

Israel warf der Hamas vor, sie benutze die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde, um israelische Grenzanlagen und Sicherheitskräfte anzugreifen. Medienberichten zufolge wurden palästinensische Familien mit der Aussicht auf Geldprämien an den Grenzzaun gelockt. Das Geld, das sie erhalten, stammt angeblich aus dem Iran. Dennoch war die Teilnehmerzahl an den jüngsten Aktionen für die Islamisten enttäuschend: Sie hatten für die Demonstrationen am „Jerusalem-Tag“ 40.000 Menschen angekündigt.

Flugblatt

Mit solchen Flugblättern in arabischer Sprache warnte die israelische Armee die Gazabewohner, sie sollten sich vom Grenzzaun fern halten. Foto: IDF

 

Palästinenser bitten UN um Hilfe

Die Palästinenser haben sich an die Generalversammlung der Vereinten Nationen gewandt. Sie beantragten eine Dringlichkeitssitzung wegen der „maßlosen Gewalt“ der Israelis gegen die Gaza-Bewohner. Diese benötigten internationalen Schutz. Ein entsprechender Entwurf war im Weltsicherheitsrat am Veto der USA gescheitert (Fokus Jerusalem berichtete). Israels UN-Botschafter Danny Danon erklärte dazu, dass einige Länder aus innenpolitischen Gründen Israel scharf kritisierten, anstatt den Terror der Hamas zu verurteilen.

Bild: Das Gelände am Grenzzaun war in dichten Rauch gehüllt, verursacht durch angezündete Reifen. Foto: IDF

Kuwait verhindert Verurteilung des Raketenterrors im Weltsicherheitsrat