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Mossad soll syrischen Raketenwissenschaftler ermordet haben

DAMASKUS / JERUSALEM, 07.08.2018 (FJ) – Der israelische Geheimdienst Mossad soll hinter der Ermordung des syrischen Raketenwissenschaftlers Dr. Aziz Asber stecken. Das hat die „New York Times” am Montag unter Berufung auf eine hochrangige Geheimdienstquelle aus dem Nahen Osten berichtet. Asber verließ am Samstagabend zusammen mit seinem Fahrer sein Haus im syrischen Hama. Nur Minuten später soll der Wagen explodiert sein. Asber und sein Fahrer kamen ums Leben. Den Berichten zufolge soll der Mossad eine Bombe in dem Auto versteckt haben. Nach israelischem Recht kann nur der Ministerpräsident eine Ermordung durch den Geheimdienst genehmigen. Sprecher von Benjamin Netanjahu und von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman wollten den Bericht der Times nicht kommentieren.
Bombe in Kopfstütze
Lieberman meinte gegenüber „Hadashot News“: „Jeden Tag gibt es im Nahen Osten Hunderte von Explosionen. Jedes Mal versuchen alle, uns die Schuld zu geben. Wir werden das also nicht zu ernst nehmen”. Laut Hadashot News soll die Bombe in die Kopfstütze des Autositzes installiert worden sein. Außerdem soll 2008 der Terrorchef der Hisbollah, Imad Mughiyeh, bei einer gemeinsamen Operation der USA und Israel mit der gleichen Methode getötet worden sein.
Wie die Times behauptet, sei dies bereits das vierte Mal in den vergangenen drei Jahren, dass Israel einen Waffenwissenschaftler im Ausland eliminiert habe. Ein Hamas-Raketenwissenschaftler wurde im April in Malaysia von Bewaffneten erschossen. Im Dezember 2016 wurde in Tunesien ein Drohneningenieur getötet. In beiden Fällen beschuldigte die Terrororganisation Hamas den Mossad.

Asber galt als enger Verbündeter Assads
Aziz Asber war ein Experte für Raketensysteme, der die Reichweite und Genauigkeit der Scud-Raketen des Assad-Regimes verbessern sollte. Zudem war er an der Entwicklung der chemischen Waffen Syriens sowie am iranischen Fateh-Raketenprogramm beteiligt. Er arbeitete an der Entwicklung von Mittel- und Langstreckenraketen sowie am Bau einer Festbrennstoffanlage für Raketen. Laut dem Bericht der Times leitete er die sogenannte „Section 4″, eine streng geheime Einheit im Wissenschafts- und Forschungszentrum in Masyaf, wo unter anderem ballistische Raketen entwickelt werden. Darüber hinaus arbeitete Asber wohl auch am Bau einer neuen unterirdischen Waffenfabrik. Sie sollte die unterirdische Waffenfabrik ersetzen, die vergangenes Jahr bei einem israelischen Angriff zerstörte wurde. Asber galt als enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Bashar Assad und arbeitete direkt unter ihm. Außerdem war er eng mit iranischen und nordkoreanischen Wissenschaftlern, sowie mit der Hisbollah verbunden. Nach Angaben der Times war er auch an der Koordinierung von iranischen und Hisbollah-Operationen in Syrien beteiligt.

In den vergangenen Jahren hat die israelische Luftwaffe immer wieder Ziele in Syrien angegriffen, die sowohl dem syrischen Regime als auch der iranischen Revolutionsgarde zugeordnet und als strategische Bedrohungen definiert wurden.

Foto: Facebook, Dr. Aziz Asber

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