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Ägyptische Vermittler erreichen Waffenstillstand

JERUSALEM / GAZA / KAIRO, 14.11.2019 (TM) – Nach zwei Tagen heftiger Gefechte haben ägyptische Vermittler einen Waffenstillstand zwischen dem Islamischen Dschihad und Israel ausgehandelt. Er trat am Donnerstag früh um 5:30 Uhr in Kraft. Trotzdem gab es gegen 6 Uhr nochmals Raketenalarm in israelischen Gemeinden im Grenzgebiet. Seither herrscht Ruhe.

Die israelischen Sicherheitsbehörden hoben die Beschränkungen der vergangenen Tage auf. Geschäfte und Schulen öffnen wieder. Eine Ausnahmen bilden die Kommunen in Grenznähe zum Gazastreifen. Hier will man offenbar erst einmal abwarten, ob die Waffenruhe hält. Die Grenzgemeinden einschließlich der Stadt Aschkelon waren seit Dienstag früh fast ununterbrochen von den palästinensischen Extremisten beschossen worden. Auch in der Nacht zum Donnerstag gab es immer wieder Luftalarm. Insgesamt wurden seit Dienstag rund 400 Raketen auf die israelische Zivilbevölkerung abgefeuert.

Geschäfte in Tel Aviv geschlossen

Der Raketenhagel hatte das öffentliche Leben in weiten Teilen des Heiligen Landes zum Erliegen gebracht. Selbst in der quirrligen Mittelmeer-Metropole Tel Aviv blieben Geschäfte geschlossen. Die israelische Wirtschaft beklagt Einbußen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Schekel.

Die Raketenangriffe waren eine Reaktion auf die gezielte Tötung des Dschihad-Kommandeurs Baha Abu al-Ata, der durch eine von einem Kampfjet abgefeuerte Präzisionsbombe zusammen mit seiner Frau in seinem Schlafzimmer in Gaza-Stadt getötet wurde.

32 Palästinenser getötet

Das Gesundheitsministerium in Gaza berichtete am Morgen von insgesamt 32 Toten durch israelische Luftangriffe, darunter mehrere Frauen und Kinder. Von Seiten der israelischen Armee hieß es, die meisten Opfer seien dschihadistische Kämpfer gewesen. Ein Regierungssprecher erklärte am Morgen, mehr als 20 Terroristen seien eliminiert worden. Israel habe die Ziele seiner Militäroperation erreicht. Ein Armeesprecher gab den Tod eines weiteren hochrangigen Dschihad-Kommandeurs bekannt: Rasmi Abu Malhous, der Chef der Raketeneinheit der Terrorgruppe. Er starb den Angaben zufolge zusammen mit fünf Familienmitgliedern in der Nacht bei einem israelischen Luftschlag auf sein Haus in Deir al-Balah.

Rauch über dem Gazastreifen nach einem israelischen Luftschlag. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Eiserne Kuppel“ ein wirksamer Schutz

Auf israelischer Seite gab es zahlreiche Leichtverletzte und erhebliche Sachschäden. Der vergleichsweise glimpfliche Ausgang sei dem Raketenabwehrsystem „Eiserne Kuppel“ zu verdanken. Es habe 90 Prozent der anfliegenden Flugkörper zerstört, die auf bewohntes Gebiet gefallen wären, hieß es.

Stellungen des Raketenabwehrsystems „Iserne Kuppel“ in der Nähe der Küstenstadt Aschkelon, die in den vergangenen Tagen massiv beschossen wurde. Foto: Noam Rivkin Fenton/Flash90

Trotz des offiziell verkündeten Waffenstillstands bleibt die Situation in Südisrael angespannt. Letztlich zählten die Fakten am Boden und keine Versprechungen, wird ein Offizieller in den israelischen Medien zitiert: „Wer uns Leid zufügt, dem werden wir Leid zufügen.“

Titelbild oben: Palästinenser vor den Überresten eines Hauses in Rafah, das bei einem israelischen Luftangriff zerstört wurde. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

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