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Angespannte Ruhe im Gazastreifen: Islamischer Dschihad ruft Waffenstillstand aus

GAZA, 25.02.2020 (DK) – Der Islamische Dschihad hat in der Nacht zum Dienstag einen einseitigen Waffenstillstand ausgerufen. Trotz der Ankündigung feuerten die Terroristen um 11 Uhr abends eine Rakete ab, danach blieb es jedoch ruhig. Zuvor hielt der massive Raketenbeschuss zwei Tage lang an. Mehr als ein Dutzend der Geschosse konnten von dem israelischen Raketenabwehrsystem „Eiserne Kuppel“ abgefangen werden. Die israelischen Schulen und Kindergärten nahe der Grenze zum Gazastreifen blieben aufgrund der Gefahr vorerst geschlossen und mehrere Straßen in der Region wurden gesperrt. Am späten Sonntagabend flog die israelische Luftwaffe Angriffe auf mehrere Stützpunkte der Terrororganisation im Gazastreifen und in Syrien. 

Armee-Chef wart vor Eskalation des Konflikts

Der Generalstabschef der israelischen Armee (IDF), Avi Kochavi, warnte davor, dass der Konflikt eskalieren und sich zu einer größeren Militäroperation entwickeln könnte. Er versprach alles in seiner Macht stehende zu tun, „um zu verhindern, dass sich [die Bewohner des Südens] unsicher fühlen, und sie auf jede erdenkliche Weise zu schützen.“ Auch Israels Ministerpräsident Netanjahu hatte dem Islamischen Dschihad mit einem heftigen Gegenschlag gedroht, sollte der Beschuss nicht bald ein Ende finden. Israel hat bereits den Druck erhöht, indem sie den Grenzübergang Erez nach Gaza schlossen und die Fischereizone von 15 auf sechs Seemeilen begrenzten. 

Eine Handvoll Israelis verletzte sich während sie zu den Luftschutzräumen rannten und an Häusern und Straßen wurden Schäden gemeldet. Bei den israelischen Luftangriffen auf Terror-Ziele in Syrien sind Aktivisten zufolge dagegen mindestens sechs Menschen getötet worden. Dabei handelte es sich um zwei Palästinenser des Islamischen Dschihads und vier Mitglieder pro-iranischer Milizen.

Islamischer Dschihad feuerte bereits über 90 Raketen auf Israel ab

Der Konflikt zwischen Israel und dem Islamischen Dschihad hat sich seit Sonntag erneut verschärft, nachdem die IDF ein 27-jähriges Mitglied des Islamischen Dschihad erschoss, während dieser eine Bombe legte. Ein Bulldozer des israelischen Militärs barg danach die Leiche, was zu heftigen Protesten von Muslimen führte. Danach wurden über 90 Raketen auf Israel abgefeuert. Bereits im November vergangenen Jahres war es zu gewaltigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Parteien gekommen, nachdem die IDF den Islamistenführer Baha Abu Al Ata getötet hatte. Trotz der Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den Machthabern im Gazastreifen und Israel kam es seitdem immer wieder zu Raketenangriffen auf den jüdischen Staat.

Bild: Feuerbälle und Rauch nach einem israelischen Luftangriff in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen. Quelle: Abed Rahim Khatib/Flash90

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