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Israelisches Forschungsinstitut steht kurz vor Fertigstellung eines Corona-Impfstoffs

KIRYAT SHMONA, 12.03.2020 (DK) – Das israelische Forschungsinstitut Migal hat angekündigt, dass sie kurz vor einem Durchbruch hinsichtlich eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus stehen. In wenigen Wochen soll das Mittel fertiggestellt und anschließend einem Zulassungsverfahren unterzogen werden. Dieses wird sich voraussichtlich über mehrere Monate hinziehen. Damit ist das Migal-Institut seinen Konkurrenten aus aller Welt weit voraus. Als COVID-19 im Dezember in der chinesischen Stadt Wuhan ausbrach, hatten die Wissenschaftler aus dem Norden Israels bereits einen gewaltigen Vorsprung. Seit vier Jahren wird an einem anderen Erreger aus der Familie der Coronaviren geforscht. Das entwickelte Gegenmittel muss nun nur noch modifiziert werden. 

Minister für Wissenschaft und Technologie will Zulassungsverfahren beschleunigen

Der israelische Minister für Wissenschaft und Technologie, Ofir Akunis, gratulierte dem Institut, welches sich unter Anderem durch Zuschüsse seines Ministeriums finanziert. „Ich bin mir sicher, dass es weitere rasche Fortschritte geben wird, die es uns ermöglichen, die notwendige Antwort auf die schwere weltweite Bedrohung durch das Virus zu geben“, so Akunis. Der Politiker veranlasste, dass alle Zulassungsverfahren beschleunigt werden, um den Impfstoff so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Auch der Vorsitzende des Instituts, David Zigdon, hofft auf ein schnelles Verfahren. „Angesichts des dringenden weltweiten Bedarfs eines Corona-Impfstoffs tun wir alles, um die Entwicklung zu beschleunigen. Unser Ziel ist es, den Impfstoff in den nächsten 8-10 Wochen herzustellen und die Sicherheitszulassung in 90 Tagen zu erreichen.” 

Weltgesundheitsorganisation stuft Coronavirus als Pandemie ein

Nachdem bereits über 4600 Menschen weltweit aufgrund der Infektion mit COVID-19 ihr Leben verloren, erweist sich die Fertigstellung eines Impfstoffes als dringlicher denn je. Mitte Februar einigten sich 400 Experten auf einer Konferenz in Genf, die Suche danach zu beschleunigen. Die Weltgesundheitsorganisation sprach am Mittwoch nun zum ersten Mal von einer Pandemie. „Wir sind tief besorgt sowohl wegen dem alarmierenden Grad von Ausbreitung und Schwere als auch wegen dem alarmierenden Grad von Untätigkeit“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Organisation. 

Israel verzeichnet derzeit 82 nachgewiesene Fälle. Nachdem die Zahl der Infizierten in den letzten Tagen drastisch anstieg, kündigte Israels Ministerpräsident ein Verbot aller Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern in geschlossenen Räumlichkeiten an. Der Alltag der Bürger des jüdischen Staates wird damit zunehmends von den strengen Maßnahmen betroffen: Hochzeiten, Synagogen-Gottesdienste und Lehrveranstaltungen müssen abgesagt werden. Obwohl die Schulen zunächst geöffnet bleiben, wird in Kürze darüber entschieden, ob Universitätskurse für die kommenden Wochen online unterrichtet werden. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Moshe Bar Siman-Tov, betonte, dass es besser sei, jetzt strengere Maßnahmen zu ergreifen, als sich später zu entschuldigen.

Bild: Forscher des Migal-Instituts im Labor bei der Arbeit. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Migal

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