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Israels Regierung plant langsame Rückkehr in den Alltag

JERUSALEM, 05.05.2020 (DK) – Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montagabend weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen angekündigt. Ab dieser Woche ist es Menschen wieder erlaubt, sich weiter als 100 Meter von ihren Häusern zu entfernen. Zudem dürfen Verwandte und Bekannte besucht werden, wobei Versammlungen auf insgesamt 20 Personen beschränkt sind. Einkaufszentren, Fitnessstudios und Märkte stehen vor der Wiedereröffnung. Das Land beginnt nun zum ersten Mal seit Monaten schrittweise seinen Alltag wieder aufzunehmen. 

Zukunft der Tourismusbranche bleibt ungewiss

Die Anzahl der am Coronavirus Erkrankten ist in Israel auf 5.947 gesunken. Insgesamt 10.064 haben sich von dem Virus erholt. Aufgrund dieser positiven Statistik plant die Regierung eine komplette Rückkehr zur Normalität. Bis Mitte Juni sollen auch Restaurants, Kinos und Theater wieder öffnen dürfen. Einzig die Zukunft der Tourismusbranche bleibt weiterhin ungewiss. 

Bei seiner Ansprache zeigte Netanjahu eine Reihe von Grafiken, in denen er Israel mit Staaten einer ähnlich großen Bevölkerungszahl vergleicht. Während Israel nur 235 Todesfälle verzeichnet, starben in Belgien 7.924 Menschen, 18.000 in New York und 2.769 in Schweden. „Israels Erfolge sind ein Vorbild für viele Länder“, sagte Netanjahu. „Unser Erfolg basiert nicht auf Genetik, Klima oder darauf, dass wir eine Insel wären. Er stützt sich auf drei Elemente: eine schnelle Schließung der Grenzen und Isolation der Kranken, die außergewöhnliche Leistung unserer Mediziner und vor allem die Einhaltung der Auflagen und Anweisungen des Gesundheitsministeriums.“

Rivlin warnt vor psychischen Folgen der Corona-Maßnahmen

Bei der Parlamentssitzung am Montag bat Präsident Reuven Rivlin die Anwesenden, die psychologischen Folgen der Maßnahmen nicht außer Acht zu lassen. „Während wir alle die Gesundheitskrise erleben und sie uns alle berührt, so wird sie eine besondere Belastung für Menschen mit psychischen Krankheiten“, erläuterte der Präsident. „Die Verwirrung und Angst, die wir empfinden, ist bei ihnen um ein Vielfaches verstärkt. Sie brauchen dringend menschlichen Kontakt und Treffen mit ihren Familien, damit ihr Gefühl von Sicherheit wiederhergestellt wird.“

Bild: Israelis gehen in Jerusalem einkaufen am 04. Mai 2020. Quelle: Olivier Fitoussi/Flash90

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