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Israel verzeichnet starken Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus

JERUSALEM, 31.05.2020 (DK) – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat vor einem starken Anstieg von Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gewarnt. In den vergangenen sieben Wochen wurden durchschnittlich weniger als 20 Fälle täglich registriert. Doch seit Ende dieser Woche schossen die Zahlen unerwartet in die Höhe. Von Freitag- bis Samstagmorgen wurden 121 neue Ansteckungen mit COVID-19 gemeldet. Sollte dem Aufwärtstrend kein Einhalt geboten werden, müssen die strengen Maßnahmen zur Eindämmung wieder eingeführt werden, so Netanjahu. 

Netanjahu: Kampf gegen Pandemie liegt nicht hinter uns

Seit Israel seinen Bürgern wieder zunehmende Bewegungsfreiheit zugesteht, scheint die Disziplin unter der Bevölkerung zu schwinden. Die Hitzewelle Anfang diesen Monats trug dazu bei, dass den Vorgaben des Gesundheitsministeriums kaum mehr Beachtung geschenkt wurde. „Wir haben sehr große Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus erzielt, Erfolge auf globaler Ebene. Aber die Pandemie liegt definitiv nicht hinter uns”, erklärte der Premier.

Vor allem den Schulen fiel es schwer die Auflagen zur sozialen Distanzierung durchzusetzen. Ein Jerusalemer Gymnasium ist zum Hotspot einer neuen Ausbruchswelle in der Stadt geworden. Diese Woche wurden 104 Schüler, 15 Lehrer und drei Eltern positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet. Schüler und Eltern reichten Beschwerden gegen die Schule ein, welche die Situation ihrer Meinung nach nicht ernst genug genommen hatte. Die Schülerin Amit Sason berichtet, dass entgegen der Auflagen über 15 Schüler in den Klassenräumen unterrichtet wurden und das Lehrer keine Masken trugen. 

Israel eröffnet Teststationen in Großstädten wieder

Regierungschef Netanjahu ermutigte seine Mitbürger sich wieder testen zu lassen, sobald der kleinste Verdacht auf eine Erkrankung mit COVID-19 bestehe. Israel hat am Samstag vier Drive-In Teststationen in Jerusalem, Tel-Aviv, Haifa und Beersheva wieder eröffnet. Während im März noch täglich etwa 13.000 bis 14.000 Menschen getestet wurden, sind diese Zahlen in den vergangenen Wochen erheblich gesunken, da weniger Menschen Symptome aufwiesen. Gesundheitsbeamte zeigen sich jedoch besorgt, da die niedrige Anzahl an Tests mitunter für die fallenden Zahlen verantwortlich sein könnte. 

Bild: Die medizinische Hilfsorganisation Magen David Adom testet Schüler eines Jerusalemer Gymnasiums. Quelle: Yonatan Sindel/Flash90

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