zurück zu Aktuelles

Coronakrise: 40% der israelischen Bevölkerung in finanzieller Not

JERUSALEM, 01.06.2020 (DK) – Die Coronakrise hat weltweit nicht nur Unternehmen, sondern auch viele Arbeitnehmer vor große finanzielle Herausforderungen gestellt. Eine Studie des „Internationalen Bundes von Christen und Juden” (IFCJ) hat ergeben, dass derzeit rund 40% aller Israelis darum kämpfen, sich finanziell über Wasser zu halten. Seit Monaten befinden sich eine große Anzahl von Bürgern bereits im unbezahlten Urlaub. Gerade Arbeitnehmer in der Tourismusbranche haben derzeit keine Aussicht auf baldige Wiederanstellung. 

Wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie sind verheerend

„Die Umfrageergebnisse unterstreichen nur, was die meisten Experten bereits vermutet haben: Obwohl die medizinische Gefahr für die Mehrheit der israelischen Bevölkerung nachlässt, waren die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der COVID-19-Krise verheerend“, so die Vorsitzende von IFCJ, Yael Eckstein. Die Sozialbehörde erklärte, dass in Familien mit Kindern die finanzielle Not bereits beginnt, wenn eines der Elternteile sein Einkommen verliert. Gerade das Leben in den Großstädten ist mit einem Gehalt allein meist nicht finanzierbar. 

Nachfrage um Sozialhilfe steigt um 50%

Seit Anfang März sind die Anfragen an das israelische Sozialministerium um 50% gestiegen. Vor allem Familien und ältere Menschen sind dabei von der Krise betroffen. Nahezu jeder zehnte Israeli kann seine Familie nicht mit ausreichend Lebensmitteln versorgen. Ein weiteres Zehntel der Befragten läuft Gefahr, zur Räumung ihrer Mietwohnung gezwungen zu werden. 9,3% können ihre Hypotheken oder andere Schulden nicht länger abzahlen und 8,6%  wissen nicht wie sie die nächste Strom-, Wasser-, und Gasrechnung bezahlen sollen. 

Der Vorsitzende der nationalen Flughafenbehörde, Yaakov Ganot, hat beim Gesundheitsministerium die dringende Bitte eingereicht, internationale Flüge aus Ländern mit niedrigen Infektionsraten zu erlauben. „Wenn keine Entscheidung getroffen wird, ist klar, dass die Luftfahrt- und Tourismusbranche in der Sommersaison still steht und möglicherweise irreversible Schäden entstehen“, sagte Ganot. In Eilat waren im April beispielsweise 70% aller Stadtbewohner aufgrund des ausbleibenden Tourismus arbeitslos. 

Bild: Israelische Familie trägt Mundschutz aufgrund der Coronakrise. Quelle: Yossi Aloni/Flash90

Weitere News aus dem Heiligen Land