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Hamas-Terroristen gönnen sich Urlaub in Luxushotel

JERUSALEM / GAZA, 30.05.2021 (NH) – Im Gazastreifen setzt sich derzeit ein neuer Trend durch. Die Anwohner fotografieren sich gegenseitig in den Trümmern zerstörter Häuser. Zwischen eingestürzten Gebäuden und Schutt gibt es öffentliche Aufführungen, Friseure schneiden ihren Kunden die Haare und Fotos von Kindern vor Ruinen sollen die Zerstörung des palästinensischen Küstenstreifens unterstreichen. Auch der Chef des politischen Hamas-Flügels, Yahya Sinwar, lässt sich für den Trümmer-Trend ablichten und zeigt sich lächelnd auf einem Sessel vor einem steinigen Trümmerhaufen. Mit modernen Hashtags bepackt, laden die Bewohner ihre Fotos auf soziale Medienplattformen und sorgen somit für weltweite Aufmerksamkeit.

Unterdessen berichtet der israelische Nachrichtensender Arutz 13 von einem millionenschweren Urlaub des politischen Führers der Hamas und einer Delegation von 200 Terroristen in Katar. Ismail Haniyya wählte dafür das Luxushotel „Mandarin Oriental Doha“, um elf Tage lang einen prunkvollen Urlaub zu genießen. Dieser Urlaub wurde dem Bericht zufolge mit Geldern der Terrororganisation bezahlt und kostet sage und schreibe eine Million Dollar. Die Rechnung dieses kostspieligen Urlaubes zu einer Zeit, in der das eigene Volk auf den Wiederaufbau wartet, kursiert derzeit im Internet.

Geiselrückgabe hat oberste Priorität

Die Hamas hat von den ägyptischen Vermittlern die Nachricht erhalten, dass weitere Verhandlungen über Waffenstillstandsvereinbarungen mit Israel unbedingt die Rückgabe der sterblichen Überreste  zweier Soldaten und die Freilassung von zwei im Gazastreifen Vermissten umfassen müsse. Seit Jahren befinden sich die Leichen der Soldaten Hadar Goldin und Oron Shaul in der Gewalt der Extremisten. Außerdem werde die beiden zivilen Geiseln Abra Mangistu und Hisham al-Sayed gefangen gehalten. Dies berichtete am Samstag die katarische Zeitung al-Arabi al-Jadid, die hinzufügte, dass Israel darauf bestehe, das diese Thematik an die Feuerpause und den Beginn des Wiederaufbaus des Gazastreifens gebunden wird. Die Zeitung berichtete weiter, dass die ägyptische Geheimdienstdelegation, die am Freitag nach Gaza gereist war, mit dem stellvertretenden Chef des militärisch-terroristischen Flügels der Hamas, Marwan Issa, zusammentreffe. Die Hamas ihrerseits besteht nach wie vor darauf, dass die Frage des Gefangenenaustausches von allen Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe und den Beginn des Wiederaufbaus getrennt wird.

Unterdessen wird heute auf die Einladung des ägyptischen Außenministers Sameh Shoukry hin, eine israelische Delegation unter der Leitung des israelischen Außenministers Gabi Ashkenazi nach Kairo aufbrechen. Dabei geht es um die Aufstellung eines detaillierten Planes, der langfristige Ruhe  schaffen soll.

Erster Besuch nach vielen Jahren

Es ist der erste Besuch eines israelischen Außenministers in Ägypten seit vielen Jahren. Während der Militäroffensive in Gaza sprach Ashkenazi mehrfach mit dem ägyptischen Außenminister und wurde zu einem Besuch in Kairo eingeladen. Israel besteht darauf, dass es keinen Wiederaufbau des Gazastreifens geben wird, ohne die Rückgabe der israelischen Geiseln, oder wie es Ashkenazi in geschlossenen Besprechungen als „W. für G.“ – „Wiederaufbau für Geiseln“ definiert.

Im Laufe dieser Woche sollen weitere israelische Delegationen in Kairo eintreffen. Bei den Treffen soll auch die Verhinderung des Waffenschmuggels in den Gazastreifen diskutiert werden. Gleichzeitig wurden auch Hamas-Delegationen nach Kairo eingeladen. Dennoch wird es keine direkten Gespräche zwischen Israel und der Hamas geben. Ein hochrangiger israelischer Beamter erklärte, Ägypten sei das zentrale Rohr all dieser Gespräche. Ohne ägyptische Hilfe würden die Gespräche im Sand verlaufen. Er erläuterte auch, dass es äußerst wichtig sei, den Waffenschmuggel nach Gaza zu unterbinden. Ägypten müsse sich dazu verpflichten, einen Stopp dieses Schmuggels zu gewährleisten.

USA: Keine Gelder an die Hamas

Nach einem Besuch in Israel Anfang der Woche traf US-Außenminister Anthony Blinken in Ägypten ein und traf sich mit dem ägyptischen Präsident Abdel Fattah el-Sisi und anderen hochrangigen Regierungsbeamten. Später besuchte er Amman und traf Jordaniens König Abdullah II. Blinken kündigte an, dass er sich für die Mobilisierung von Geldern auf der ganzen Welt zum Wohle des Gazastreifens einsetzen werde. Er machte jedoch deutlich, dass keine Hilfsgelder die Hamas erreichen dürften.

Was den Wiederaufbau betrifft, so plant Ägypten, dieses Mal ein wichtiger Akteur in dieser Thematik zu sein und die Aufgabe nicht nur in den Händen Katars zu belassen. Dem Bericht zufolge will Kairo den ägyptischen Grenzübergang Rafah zum Haupttor für humanitäre Hilfe machen.

Bild: Palästinensische Mitglieder des Sportteams Bar Woolf aus Gaza treten mit Feuer über den Ruinen eines Gebäudes auf. Foto: Quelle Gaza TV News Facebook.

500 Millionen Dollar aus Katar

Unterdessen hat Katar die astronomische Spendensumme von 500 Millionen Dollar für den Wiederaufbau des Gazastreifens angekündigt. Außenminister Mohammed Abdel Rahman al-Thani schrieb auf seinem Twitter-Account: „Wir werden unsere Brüder in Palästina weiterhin unterstützen, um eine gerechte und dauerhafte Lösung für sie zu finden, bis ein unabhängiger Staat für sie gegründet ist.“

Titelbild: „Warum sind sie nicht hier“ – Proteste zur Freilassung der israelischen Gefangenen auf dem Habima-Platz in Tel Aviv. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

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