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Israelische Politikerin wird im Alter von 54 Mutter mittels Leihmutterschaft

JERUSALEM, 23.08.2021 (DK) – Zunächst waren die Medien über die Vorsitzende der israelischen Arbeiterpartei, Merav Michaeli, hergefallen, als sie inmitten der Corona-Krise einen Flieger nach Amerika bestieg. Doch schon bald schlugen die aggresiven Töne in warme Glückwünsche um. Am Wochenende hat die Politikerin bekannt gegeben, dass sie für die Geburt ihres Sohnes Uri in die Vereinigten Staaten gereist war. Die 54-jährige Michaeli und ihr 43-jähriger Partner Lior Schleien haben mittels Leihmutterschaft ein Baby bekommen. In Israel beherrschen diese überraschenden Neuigkeiten die Schlagzeilen. 

Michaeli und Netanjahu sorgen mit Reisen für Aufschrei 

Michaeli dient in der Acht-Parteien-Regierung unter Naftali Bennett als Verkehrsministerin. Aufgrund ihres Amtes ist sie auch für die Ein- und Ausreise am Flughafen Ben-Gurion verantwortlich. Die geltenden Auflagen sind sehr streng, da die Regierung israelische Bürger bittet, nur wenn unbedingt notwendig, ins Ausland zu reisen. Die Zahl der täglichen Coronazahlen in Israel steigt seit Wochen rasant. Inzwischen befindet sich die Zahl der Neuinfektionen jeden Tag bei rund 7000. Auch die Anzahl der schwerkranken Patienten in Israels Krankenhäusern ist besorgniserregend hoch. Umso größer war der Aufschrei als bekannt wurde, dass Michaeli für einen Kurzaufenthalt in die Staaten flog. Zuvor hatten bereits die Netanjahus mit ihrem Urlaub in den USA für einen Affront gesorgt. Michaeli, ihr Partner und ihr Sohn werden sich gemäß der Vorschriften nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. 

Im Netz erzählte die Politikerin von ihrer Entscheidung, Mutter zu werden. Da ihr Partner von Beruf Kabberetist ist, hielt sie seinen Vorschlag ein Baby zu bekommen zuerst für einen Scherz. Ihre eigene Reise hielt viele Rückschläge für sie bereit, da die Kinderwunschbehandlungen nicht anschlugen. Schließlich fand das Paar eine amerikanische Leihmutter. „Wir sind so glücklich, ihn zu haben und seine Eltern zu sein“, schrieb Michaeli auf Facebook.  „Es ist eine Liebesgeschichte. Jetzt ist es eine Liebesgeschichte zu dritt.“

Michaeli hat sich in Vergangenheit gegen Leihmutterschaft ausgesprochen 

Michaeli ist eine bekannte Feminstin in Israel. In der Vergangenheit hat sie wiederholt betont, es sei falsch, von Frauen zu erwarten, dass sie Kinder haben. Sie sagte auch, dass Leihmutterschaft sehr problematisch sei, weil Frauen dabei ihre Körper verkaufen. „Ein Kind zu haben ändert nichts an meiner Überzeugung hinsichtlich der Ungleichheit, die Mutterschaft für Frauen zur Belastung macht“, schrieb sie.  „Es ändert nichts an meiner Ansicht, dass man eine erfüllte Frau sein kann, ohne Mutter zu sein.“

Bild: Merav Michaeli mit ihrem Partner Lior Schleien und Sohn Uri. Quelle: Privat/Facebook

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