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Ein neuer Anlauf: Israel will im November Grenzen für Touristen öffnen

JERUSALEM, 05.10.2021 (DK) – Für Geimpfte und Genesene ist Urlaub in vielen Teilen der Welt längst wieder möglich. Doch am sonst so betriebsamen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv herrscht gähnende Leere. Die eineinhalb Jahre Pandemie haben Fluglinien, Reiseagenturen und Hotels in Israel besonders hart zu spüren bekommen. Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres sind die Grenzen für ausländische Besucher mit einigen wenigen Ausnahmen weitestgehend gesperrt geblieben. Im Juni hatte die Regierung einen Anlauf unternommen, auch Individualtouristen, und nicht nur Reisegruppen, den Urlaub im Heiligen Land wieder zu ermöglichen. Doch die vierte Welle machte den Initiatoren einen Strich durch die Rechnung. Jetzt wurde ein neuer Versuch gestartet: Das Tourismusministerium legt einen neuen Plan zur Öffnung der Grenzen vor. Im November soll der Ben-Gurion Flughafen endlich wieder voll Betrieb aufnehmen. 

Ausländische Impfpässe sollen in Israel Gültigkeit erhalten 

Trotz steigender Inzidenzzahlen war es in den vergangenen Monaten in Israel weder zu Lockdowns noch zu strengen Einschränkungen des Alltagslebens gekommen. Das Acht-Parteien-Bündnis unter der Führung von Premierminister Naftali Bennett setzt voll auf die Wirksamkeit von Auffrischungsimpfungen um die Kurve flach zu halten. Derzeit wird daran gearbeitet, dass auch ausländische Impfnachweise in Israel Gültigkeit erhalten. So könnten schon bald geimpfte Reisende mit einem europäischen Impfausweis die schönen Landschaften des Mittelmeerstaats genießen. Allerdings darf der Impftermin nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen, oder der Nachweis einer bereits erfolgten Drittimpfung muss vorgelegt werden. 

Ein katastrophales Jahr für die Tourismusbranche 

Für Reiseführer und Hoteliers war das letzte Jahr in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Immer wieder wurde eine Öffnung der Grenzen angekündigt, nur um dann in letzter Minute wieder auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben zu werden. Die Hotels in Israels Großstädten Jerusalem und Tel Aviv haben besonders hohe Einbußen eingefahren, da sie kaum inländische Gäste empfangen. Eines der betroffenen Gästehäuser ist das Hostel der Christuskirche in der Jerusalemer Altstadt. Der Manager der Anlage, Daryl Fenton, erklärte gegenüber Fokus Jerusalem: „In den ersten Wochen nach Ausbruch der Pandemie dachten wir Hoteliers, dass es sich um eine Sache von wenigen Monaten handeln würde. Stattdessen werden es jetzt bald zwei Jahre ohne Touristen … Der Einfluss der Corona-Pandemie auf unser Hotel und andere Hotels war absolut dramatisch. Gästehäuser, wie unseres, die auf christliche Pilger ausgerichtet sind, können sich nur schwer über Wasser halten. Wir hoffen demnach, dass ausländische Gäste sehr bald wieder nach Israel einreisen können.“

Israel kann nach einem schwierigen Sommer langsam wieder aufatmen. Die Zahl der Israelis, die aufgrund von COVID-19 in ernstem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurden, sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums zum ersten Mal seit August unter 600 gesunken. Am Sonntag lag diese Zahl bei 575. Von diesen Patienten waren 420 ungeimpft, 105 erhielten nur zwei der drei Impfdosen und 35 Patienten hatten alle drei Impfungen erhalten. 

Bild: Israelische Urlaubsrückkehrer am Ben Gurion Flughafen. Quelle: Flash90

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