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Vergeltung für Soleimani: Vereitelter Anschlag der Hisbollah auf israelischen Sicherheitsagenten in Kolumbien

BOGOTA/JERUSALEM, 16.11.2021 (DK) – Der Einfluss des iranischen Mullah-Regimes reicht durch die gesamte Region des Nahen Ostens. Nicht nur im Irak und in Afghanistan sind pro-iranische Milizen aktiv. Der verlängerte Arm Teherans reicht bis in Israels Nachbarländer Libanon und Syrien. Die engste Verbindung pflegt der Iran mit der schiitischen Hisbollah-Terrororganisation. Für die erfolgreiche Expansion war vor allem ein Mann verantwortlich: der iranische Top-General Qasem Soleimani, welcher auf Anordnung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump getötet wurde. Der Iran und seine Verbündeten feiern Soleimani bis heute als Märtyrer. Es gilt dabei auch, seinen Tod zu rächen. Die Hisbollah hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl amerikanische als auch israelische Beamte auszuschalten. Ein vereitelter Anschlag in Bogota zeigt, wie ernst es der Terrororganisation ist. 

Mossad informierte Kolumbien über geplantes Attentat 

Ziel des geplanten Attentats der Hisbollah war nach Angaben der Tageszeitung „El Tiempo“ ein ehemaliger israelischer Agent. Er war als Teil eines diplomatischen Teams in Kolumbien stationiert gewesen und entschloss sich schließlich, in dem südamerikanischen Land ein Geschäft für Sicherheitsausrüstung zu eröffnen. Der israelische Geheimdienst Mossad hatte die kolumbianischen Kollegen benachrichtigt, dass der ehemalige Agent ausspioniert werde. Der Geschäftsführer ist daraufhin umgehend nach Tel Aviv gebracht worden. Auch in Bogota ansässige US-Staatsbürger sollten Opfer der Vergeltungsschläge werden. 

Israel soll maßgeblich an der Tötung Soleimanis beteiligt gewesen sein. In den vergangenen Monaten kamen immer mehr Details über die israelische Unterstützung ans Licht. Beispielsweise gaben die Israelis Soleimanis Handynummern an die Amerikaner weiter. 

Bogota ist ein finanzielles Zentrum der Hisbollah in Südamerika. Die kolumbianischen Obrigkeiten fürchten nun, dass es auch zu einem Terror-Stützpunkt werden könnte. „Vor zwei Monaten mussten wir die Festnahme von zwei Kriminellen anordneten, die von der Hisbollah ausgesandt wurden, um in Kolumbien kriminelle Aktivitäten auszuführen“, erklärte der kolumbianische Verteidigungsminister Diego Molano.

Kolumbien setzt israelische Waffen im Kampf gegen die Hisbollah ein 

Kolumbien und Israel pflegen seit Jahren enge Verbindungen. Im vergangenen Jahr trat ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden Ländern in Kraft. Dies galt schon damals als Schlag gegen die Hisbollah, denn Jerusalem liefert Waffen an Bogota, die gegen die Miliz zum Einsatz kommen. Kolumbien fühlt sich durch Guerilla-Gruppen, unter ihnen auch die Hisbollah, zunehmend bedroht. Diese haben oftmals ihren Hauptsitz im benachbarten Venezuela, einem engen Verbündeten Irans. 

Bild: Die Flagge der Terrororganisation Hisbollah in Ramallah. Quelle: Olivier Fitoussi /Flash90

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