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Der kleine Eitan Biran ist zurück in Italien

TEL AVIV, 05.12.2021 (NH) – Der kleine Eitan Biran, der einzige Überlebende eines tödlichen Seilbahnunglücks in Norditalien, ist mit seiner Tante Aya, seinem Onkel und seinen beiden Cousinen in Italien gelandet. Nach einem Sorgerechtsstreit um die Vormundschaft des Sechsjährigen, hatte der oberste Gerichtshof in Tel Aviv am Montag die Berufung seines Großvaters und der Familie mütterlicherseits zurückgewiesen und angeordnet, den Jungen nach Italien zurückzubringen. Das Tel Aviver Gericht stellte fest, „dass der normale Lebensort des Kindes in Italien liegt, wo er fast sein ganzes Leben verbracht hatte. „. Die israelischen Richter zeigten „Null-Toleranz“ für das Vorgehen des Großvaters und bestätigten mit ihrem Beschluss die Entscheidungen der zwei Vorinstanzen.


Kindesentführung im September


84 Tage zuvor wurde Eitan von seinem Großvater mütterlicherseits, Shmulik Peleg, und einem Komplizen illegal und entgegen einer richterlichen Anordnung über die Schweiz nach Israel gebracht. Seit dem Gondelunglück hatte der Junge bei der Schwester seines Vaters im italienischen Pavia gelebt. Die strategisch geplante Kindesentführung mithilfe eines Privatjets wurde in den Medien weltweit diskutiert. Für die beiden Israelis wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen. Der Komplize Gabriel Alon-Abutbul soll Medienberichten zufolge auf Zypern verhaftet und verhört worden sein. Er kam jedoch kurze Zeit später gegen Kaution wieder auf freien Fuß.


„Froh zuhause zu sein“

Italienischen Medienberichten zufolge berichtet einer der Polizisten, der den kleinen Jungen mit seiner Tante nach Hause eskortierte, Eitan habe ihm erzählt, dass er froh sei, nach Hause zurückkehren zu können. Die Anwältinnen der Tante betonten in einer Videobotschaft, dass das Kind nach den erlebten Torturen dringend Ruhe brauche. Eitan hat jetzt auch die Möglichkeit, seine medizinische und psychologische Therapie wieder aufzunehmen.


Das Unglück im vergangenen Mai am Lago Maggiore forderte das Leben von 14 Personen, einschließlich Eitans Eltern, seinen Urgroßeltern und seinem kleinen Bruder. Der internationale Sorgerechtsstreit zwischen den beiden Seiten ist juristisch noch nicht ausgestanden. Für den 9. Dezember wird eine weitere Anhörung am Vormundschaftsgericht in Mailand erwartet. Die hinterbliebenen Familienmitglieder in Israel wollen der Tante und rechtlichen Vormund des kleinen Eitan über diese Instanz endgültig das . Sorgerecht entziehen.

Titelbild: Aya Biran, die Tante väterlicherseits und ihr Ehemann treffen zu einer Gerichtsverhandlung über die angebliche Entführung des kleinen Eitan in Tel Aviv ein. Foto: Yossi Zeliger/Flash90

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