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Schlägerei im Hadassa-Krankenhaus – Familienangehörige greifen Krankenhauspersonal an

JERUSALEM, 18.05.2022 (NH) – Verstörende Szenen spielten sich im bekannten Hadassa Mount Scopus Krankenhaus ab. Nachdem das behandelnde Ärzteteam eine arabische Familie über den Tod ihres Verwandten in Kenntnis setzte, randalierten die Angehörigen und verwüsteten die Notaufnahme. Zwei Ärzte mussten nach dem Gewaltexzess medizinisch behandelt werden.

Gewaltausbruch und Vandalismus

Der dramatische Vorfall ereignete sich am Montagabend in Jerusalem. Ein 22-jähriger junger Mann wurde in kritischem Zustand in die Notaufnahme des Krankenhauses eingeliefert. Das Ärzteteam begann umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen, doch leider kam die medizinische Hilfe für den jungen Patienten zu spät. Die Polizei vermutet, dass der Patient nach der Einnahme einer Überdosis verstarb. Weitere Einzelheiten zur Todesursache wurden bis dato noch nicht veröffentlicht.

Nachdem den Familienmitgliedern, Bewohnern des arabischen Viertels Wadi Joz in Ostjerusalem, die traurige Nachricht überbracht wurde, begann die aufgebrachte Meute, in der Notaufnahme zu randalieren. Dutzende aufgebrachte Angehörige rissen Türen aus ihren Verankerungen, zerschlugen Fenster, zerstörten medizinische Geräte und warfen Computer um sich. Die Randalierer machten auch vor den Krankenschwestern nicht halt und schlugen wild auf sie ein.

Erst mit dem Eintreffen der israelischen Polizei und dem Sicherheitspersonal des Krankenhauses konnte die Ordnung in der Notaufnahme wiederhergestellt werden.

Die schockierten Mediziner konnten sich nur schwer von der Attacke erholen. Zwei Mitarbeiter wurden verletzt und vor Ort behandelt. Dennoch sprach sich das Ärzteteam erleichtert darüber aus, dass keiner ihrer Patienten, die zum Zeitpunkt des Exzesses in der Notaufnahme behandelt wurden, verletzt wurde.

Eine arabische Familie randalierte in der Notaufnahme des bekannten Krankenhauses und richtete großen Schaden an. Foto: Mit freundlicher Erlaubnis von Hadassa Medical

Polizei hat Ermittlungen eingeleitet

Im Zuge der Attacke auf das Personal wird in den nächsten 24 Stunden der Betrieb in Krankenhäusern und den örtlichen Krankenkassen demonstrativ eingestellt. Ab Donnerstag wird das Gesundheitssystem im sogenannten „Schabbat-Format“ arbeiten. Was bedeutet, dass nur lebensrettende Operationen durchgeführt werden. In den letzten Monaten mehrten sich die Fälle von Gewalt im Gesundheitssystem und drohen zu einer echten Epidemie zu werden. „Der Angriff auf einen Krankenhaus-Mitarbeiter gleicht der Attacke auf einen uniformierten Polizisten“, erklärt Prof. Zion Hagai, Vorsitzender der Ärztekammer. Hagai wendet sich an Israels Regierung, „sofort zu handeln, um das beschämende und gefährliche Phänomen auszurotten.“

Titelbild: Die Krankenschwestern des Hadassa-Krankenhauses protestieren gegen die anhaltende Gewalt im Gesundheitssystem. Foto: Mit freundlicher Erlaubnis von Hadassa Medical

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