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Ein Schwerverletzter bei Attentat in Linienbus – Terrorist sticht Passagiere mit Schraubenzieher nieder

JERUSALEM, 20.07.2022 (NH) – Die Terrorwelle in Israel reißt nicht ab. Diesmal schlägt der palästinensische Terror in der jüdischen Hauptstadt zu. Während einer regulären Busfahrt zur Hauptverkehrszeit sticht ein palästinensischer Terrorist mit einem Schraubenzieher auf einen 41-jährigen Fahrgast ein. Der schockierte Busfahrer hält am Straßenrand an und couragierte Zivilisten machen den Attentäter unschädlich.

Terrorist besitzt Aufenthaltserlaubnis

Nach ersten Angaben der Jerusalemer Polizei soll der Terrorist Ismail N., der über eine israelische Aufenthaltserlaubnis verfügt, in der städtischen Siedlung Givat Zeev fünf Kilometer nordwestlich von Jerusalem den Linienbus des israelischen Egged-Unternehmens bestiegen haben. Um keinen Verdacht zu schöpfen, fuhr der 44-jährige Palästinenser bis zur Kreuzung des belebten Einkaufszentrums im Jerusalemer Stadtteil Ramot. Dort begann er, auf einen der Passagiere mit einem Schraubenzieher einzustechen. Der Busfahrer stoppte unverzüglich die Fahrt und die Insassen ergriffen die Flucht. Der Terrorist ließ von seinem Opfer ab und attackierte weitere Fahrgäste.

Ein Fußgänger wurde auf den Amoklauf aufmerksam und versuchte durch einen Steinwurf, den Angreifer aufzuhalten. Der Fotograf des bekannten Nachrichtensenders YNet, Meshi Ben Ami, der mit seinem Auto auf dem Golda Meir Boulevard unterwegs war, bemerkte ebenfalls den Tumult, stieg aus seinem Wagen und schoss auf den Terroristen. „Ich stieg aus dem Auto, lud meine Waffe und erkannte sofort, dass es sich um ein Attentat handelte. Der Terrorist kam auf mich zu und ich hörte ihn auf Arabisch beten. Ich zögerte nicht und feuerte eine einzige Kugel auf ihn ab“, erzählt Ben Ami.

Der Ynet-Fotograf Meshi Ben Ami (Mitte) mit seinem kleinen Sohn. Der Fotograf zögerte nicht lange und neutralisierte den Terroristen in der Nähe des Jerusalemer Stadtteils Ramot. Foto: Yonatan Sindel / Flash90

Der Busfahrer des Linienbusses 137 steht noch immer unter Schock. Er rekonstruiert später das Erlebte: „Ich hörte plötzlich Schreie. Als ich in den Rückspiegel blickte, sah ich, wie Leute verzweifelt versuchten, die Türen aufzubrechen, um zu flüchten. Ich hielt an und öffnete die Türen. Erst später wurde mir klar, dass es sich um einen Terroranschlag handelte.“

Premierminister lobt couragiertes Handeln der Zivilbevölkerung

Ein medizinisches Notfallteam von Magen David Adom, kurz MDA, traf wenige Minuten später am Tatort ein. Nach einer lebensrettenden Erstversorgung wurde das 41-jährige Opfer schwer verletzt in das Jerusalemer Shaarei-Zedek-Krankenhaus gebracht. Einer der MDA-Sanitäter berichtet: „Der verletzte Mann lag auf dem Bürgersteig in der Nähe des Busses. Er war bei Bewusstsein und litt an blutenden Stichwunden am Oberkörper.“ Das Opfer schwebt nach Auskunft der Ärzte nicht in Lebensgefahr.

Die Tatwaffe: Mit dem Schraubenzieher stach der Terrorist, welcher über eine Aufenthaltserlaubnis verfügt, auf den Kopf und den Oberkörper des Opfers ein. Foto: Polizeisprecher Israel 

Der amtierende Premierminister Yair Lapid lobte die Zivilcourage des Fotografen und seine Entschlossenheit, den Terroristen zu stoppen, bevor weitere Zivilisten verletzt wurden. „Ich möchte dem verwundeten Mann, der bei der Stichattacke in Jerusalem verletzt wurde, eine schnelle Genesung wünschen.“, so Lapid. „Wir werden nicht zulassen, dass der Terrorismus sein Haupt erhebt und unseren Lebensalltag beeinträchtigt“, fügte Israels Premierminister hinzu.

Die islamistische Terrororganisation in Gaza lobte unterdessen den Anschlag. Der Hamas-Sprecher Hazem Qassem gratulierte zu der „heldenhaften Tat“ und bezeichnete den blutigen Anschlag als „eine natürliche Reaktion auf die Verbrechen der zionistischen Besatzung gegen die islamischen und christlichen Heiligtümer in Jerusalem“.

Die jüngste Terrorwelle brach im vergangenen März über Israel herein. Bei einer Reihe von blutigen Anschlägen, die von Palästinensern und israelischen Arabern verübt wurden, sind 19 Israelis ermordet und mehr als 68 verletzt worden.

Titelbild: Israelische Sicherheitskräfte am Tatort der Terrorattacke in einem Linienbus in der Nähe des Jerusalemer Stadtteils Ramot. Foto: Yonatan Sindel / Flash90

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