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Rom und Düsseldorf – zwei brutale Messerangriffe gegen Israelinnen am Silvesterabend

JERUSALEM, 03.01.2022 (NH) – Gleich zwei brutale Messerattacken gegen israelische Staatsbürgerinnen hat es am Neujahrsabend gegeben. In Rom wurde eine israelische Touristin am Fahrkartenautomaten niedergestochen, in Düsseldorf ermordete der mutmaßliche Partner des Opfers seine israelische Freundin.

Attacke am Fahrkartenautomaten

Die brutalen Bilder der Messerattacke am Hauptbahnhof Roma Termini in Rom schockieren ganz Italien und entfachen heiße Diskussionen um die mangelnde Sicherheit an italienischen Bahnhöfen. Das Bildmaterial dokumentiert, wie eine junge Frau im Begriff ist, eine Fahrkarte an einem der Automaten zu lösen. Die Israelin wollte nach einem mehrtägigen Kurzurlaub in Rom zurück zum Flughafen gelangen. Der Angreifer bewegt sich langsam auf die 24-Jährige zu und zieht aus einer blauen Tasche ein Messer. Er packt sein Opfer von hinten und sticht ihr mehrfach in Oberkörper und Unterleib. Dann stößt er die junge Frau zu Boden. Als sie aufsteht und versucht zu flüchten, sticht er erneut auf sie ein. Danach verlässt der Messerstecher ungehindert den Tatort.

Die schwer verletzte Touristin konnte wenig später von Rettungskräften in eines der örtlichen Krankenhäuser gebracht werden. Ihr Zustand wird als sehr ernst bezeichnet, doch schwebt die 24-Jährige mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. Israels Konsul besuchte das Opfer im Krankenhaus und berichtete, es gehe ihr „gut“.

Geplantes Attentat oder zufälliges Opfer

Ob es sich bei der Bahnhofsattacke um einen gezielten Anschlag gegen israelische Touristen handelt, ist noch unklar. Lokale Medien spekulieren derzeit, es habe sich um einen missglückten Raubüberfall gehandelt. Die italienischen Behörden fahnden nach dem Täter.

Der Täter (rechts im Bild) schlendert langsam durch den Roma Termini Bahnhof, bis er sein Opfer entdeckt und die junge Israelin brutal niedersticht. Foto: Überwachungskamera


Bei dem zweiten Übergriff am Silvesterabend sollen sich Opfer und Täter gekannt haben. Medienberichten zufolge soll die 39-jährige Israelin Moran Kaiser während eines Beziehungsstreits von ihrem deutschen Partner erstochen worden sein. Kaiser hinterlässt eine 6-jährige Tochter. Die Düsseldorfer Polizei nahm den Verdächtigen am Tatort fest und versucht derzeit, die Umstände des Mordes zu klären.

Tödliche Messerstecherei auch in Deutschland

Die 39-Jährige kommt aus der Stadt Carmiel im Norden Israels, wo auch ihre Mutter lebt. Nach Angaben ihrer Schwester Shulamit nannte die Polizei keine weiteren Details. „Wir wissen nicht, was passiert ist. Vielleicht wollte sie sich von ihm trennen“, erklärte Shulamit den israelischen Medien. Die Familie der Getöteten beschreibt den Täter als „zwielichtig“ und berichtet, er habe seinen Lebensunterhalt durch Ladendiebstahl verdient. Information zufolge wohnte der Angreifer in einem Heim für suchtkranke Obdachlose und zum Zeitpunkt des Mordes befanden sich noch weitere Personen in der Wohnung.

Die Schwester des Opfers beschreibt ihre Schwester als positive und fröhliche Frau, die ihre Tochter sehr liebte. „Sie wollte immer zurück nach Israel, konnte es aber wegen ihrer Tochter nicht. Der Vater ihrer Tochter lebt in Deutschland“, so Shulamit.

Von einem Tötungsdelikt mit antisemitischem Hintergrund gehen die deutschen Behörden derzeit nicht aus. Der Tatverdächtige wurde am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt, die Ermittlungen dauern an.

Titelbild: Die italienische Polizei fahndet derzeit nach dem brutalen Bahnhofstäter. Foto: Pixabay

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