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Verband der Lebensmittelindustrie warnt: Israels Ernährungssicherheit ist in Gefahr

JERUSALEM, 26.12.2023 (NH) – Ernährungssicherheit ist ein untrennbarer Bestandteil der nationalen Sicherheit Israels. Jetzt warnt der „Verband der israelischen Lebensmittelindustrie“, kurz FIAI, der Gazakrieg und die zunehmende Bedrohung durch die jemenitischen Huthi-Rebellen könnten die Ernährungssicherheit im Land bedrohen. Ein Notfallplan der israelischen Regierung, um die Lebensmittelversorgung weiterhin zu gewährleisten, müsse dringendst erstellt werden.

Lebensmittelfabriken in Konfliktgebieten

Das Heilige Land verfügt über eine stabile und starke Lebensmittelindustrie. Die meisten israelischen Lebensmittelfabriken befinden sich im Süden und Norden des Landes. Selbst nach einer Großevakuierung der Bewohner aus eben diesen Kriegszonen und massivem Raketenbeschuss auf die Regionen, müssen die Fabriken wie gewohnt weiterarbeiten. Die Versorgung während des anhaltenden Krieges hängt ausschließlich von der israelischen Lebensmittelindustrie ab. Bis dato schaffte es die israelische Industrie, als einzige, die reguläre und kontinuierliche Versorgung des Landes aufrechtzuerhalten. Sollte die Gazaoffensive jedoch in einen Mehrfrontenkrieg eskalieren, könnte der Staat im Laufe der Zeit dem Risiko ausgesetzt sein, die Ernährungssicherheit seiner Bürger nicht mehr garantieren zu können.

Dazu kommt die zunehmende Bedrohung der Schiffsfahrtsrouten nach Israel durch die Huthi-Rebellen. Der jemenitische Terror könnte bald verhindern, Rohstoffe und Lebensmittel nach Israel zu importieren.

Tragischerweise verfügt die Regierung nicht über einen organisierten „Plan B“. Quellen zufolge verfügt das Land nicht über genügend Notlager, bzw. würden die dortigen Lebensmittelvorräte nicht ausreichen. Um die drohende Lebensmittelkrise zu verhindern, müsse die Regierung dringend eine Strategie entwickeln, um die lokale Produktion von mindestens 75 % der benötigten Lebensmittel sicherzustellen.

Strategie zur Lebensmittelsicherung

Der Präsident des Industrieverbandes, Dr. Ron Tomer, und der Vorsitzende des Verbandes der Lebensmittelindustrie, Dudi Manevich, wendeten sich diese Woche an den Vorsitzenden des Knesset-Wirtschaftsausschusses David Bitan. Die Industriechefs baten um eine Dringlichkeitsdiskussion im Wirtschaftsausschuss der Knesset, um über die Thematik israelischer Lieferketten und der staatlichen Notfallvorräte zu debattieren.

„Der Staat Israel ist ein Inselstaat, der von Feinden umgeben ist und es sich nicht leisten kann, in nennenswertem Umfang auf Lebensmittelimporte angewiesen zu sein. Es ist genug, was derzeit in Israels Häfen passiert, die für die Annahme von Waren, einschließlich Lebensmitteln und Rohstoffen, verantwortlich sind, die ihre Tore aufgrund von Sicherheitsbedrohungen für ihren laufenden Betrieb schließen könnten, oder alternativ Schiffe und Reedereien, die beschlossen haben, angesichts der Bedrohung durch die Huthi im Jemen keine israelischen Häfen mehr anzulaufen“, erklären die Industriechefs. Der Verband beklagt ein systemisches Versagen bei der Regierungsvorbereitung auf verschiedene Notfallszenarien. Die FIAI-Verbandsdirektoren fordern, die „gesamte Frage der Notvorräte zu regeln und einen Mindestschwellenwert für die ‚Blau- und Weiße‘ Lebensmittelproduktion festzulegen“. Sollte das nicht geschehen, ist die Ernährungssicherheit Israels in akuter Gefahr.

Titelbild: Leere Regale in einem Jerusalemer Supermarkt, nachdem das Heimatfrontkommando die israelische Öffentlichkeit dazu aufgefordert hatte, für 72 Stunden Lebensmittel im Schutzraum zu horten. Foto: Noam Revkin Fenton/Flash90

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