
***FREIGELASSEN*** Die Gesichter & Geschichten hinter den Geiseln – Segev Kalfon
JERUSALEM, 11.01.2024 (NH) – Wir wollen den Geiseln in Gaza ein Gesicht geben und ihre Geschichte erzählen. Wir wollen gemeinsam unseren Alltag für ein paar Minuten anhalten und für die Heimkehr eines jeden Einzelnen beten.
„Wer auch nur ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ (Mischna, Sanhedrin 4:5)
Segev Kalfon (26), Dimona
Segev Kalfon kommt aus der südlichen Wüstenstadt Dimona. Er ist ein sogenanntes „Sandwich-Kind“ und hat einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester. Seine Familie beschreibt Segev als „jungen Mann mit einem sehr großen Herz“. Der 26-Jährige ist auch in seinem Freundeskreis sehr beliebt. Segev hat mit seinem speziellen Humor sein Umfeld stets zum Lachen gebracht. Dennoch beschreiben ihn seine Freunde als sehr bescheidenen, ruhigen und gar schüchternen jungen Mann, mit großen Ambitionen und Zielen.
Segev arbeitet zwar derzeit in der Familienbäckerei, entschied sich jedoch vor kurzem ein Studium zu beginnen. Er entschied sich für eine Börsen-Qualifikation, um später einmal als Broker an der Börse zu arbeiten.
Segev nahm am Schwarzen Schabbat des 7. Oktobers mit seinem guten Freund Assaf an dem Nova-Wüstenfestival teil. Die beiden liebten Musikfestivals und gingen oft gemeinsam zu Natur-Parties. Um 8:40 hatte Segev das letzte Mal mit seiner Familie Kontakt.
Als die Hamas-Terroristen angriffen, 360 Menschen töteten und Dutzende entführten, versuchten die beiden zu fliehen. Als Segev die Hauptverkehrsstraße 232 überquerte, bemerkten die Terroristen den jungen Mann und nahmen ihn als Geisel. Das berichtet später Assaf, der den Terroristen entkommen konnte. Wenig später wurde ein Hamasvideo veröffentlicht, indem Segev gefilmt wurde wie er in einen Lieferwagen der Terroristen geladen wird. Das Schicksal des jungen Mannes ist unbekannt.
Segev, Wir beten für Deine Rückkehr.
*** UPDATE***
Im Rahmen eines Geiselabkommens haben die Terrororganisationen Hamas, Islamischer Dschihad und weitere Terrormilizen am 13. Oktober 2025 die restlichen 20 lebenden israelischen Geiseln nach mehr als 739 Tagen freigelassen. Die Übergabe fand an zwei verschiedenen Orten im Gazastreifen statt. Matan Angrest, Yosef Chaim Ohana, Matan Zangauker, Ariel Cunio, David Cunio, Elchanan Buchbot, Bar Kuperstein, Evyatar David, Guy Gilboa Dalal, Maxim Herkin, Avinatan Or, Eitan Mor, Ziv und Gali Berman, Omri Miran, Rom Braslavski, Eitan Horn, Segev Kalfon, Nimrod Cohen und Alon Ohel kehrten am Morgen ohne eine propagandistisch aufgeladene Zeremonie nach Israel zurück. Auf einer Militärbasis nahe der Grenze zum Gazastreifen konnten sie ihre Familien in die Arme schließen. Willkommen zuhause.
Nun erwartet Israel die Freigabe aller sterblichen Überreste von 28 Israelis, die am 7. Oktober massakriert und entführt oder in Gefangenschaft hingerichtet wurden.
Im Rahmen des Abkommens ist Israel verpflichtet, 1.950 Terroristen freizulassen, darunter 250 Massenmörder mit mehrfachen lebenslänglichen Haftstrafen.

Titelbild: Segev Kalfon. Foto: Privat